Ein ziemlich einsamer Sebastian Vettel steht neben seinem ramponierten Ferrari.

Die Ferrari-Crashpiloten Sebastian Vettel und Charles Leclerc werden nach ihrem Zusammenstoß in Interlagos von der italienischen Presse verrissen. Teamintern könnte die Dummheit große Konsequenzen nach sich ziehen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verstappen gewinnt Grand Prix von Brasilien

Sebastian Vettel beim Großen Preis von Brasilien
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Ferrari explodiert! Krieg im Hause Ferrari! Rotes Harakiri! Ferrari, ein Desaster! Die italienische Presse ging nach dem Formel-1-Rennen von Brasilien hart ins Gericht mit dem Traditionsrennstall aus Maranello. Das hatten sich die beiden Star-Piloten in diesem Fall aber auch redlich verdient: Sebastian Vettel und Charles Leclerc schossen sich wenige Runden vor Schluss auf den Plätzen vier und fünf liegend gegenseitig von der Strecke. Ein Desaster eben.

Vettel hatte den Wagen des Monegassen beim Überholen berührt, dabei war dessen Vorderrad fast abgerissen worden. Der Heppenheimer schlitzte sich bei der Aktion einen Hinterreifen auf und fiel ebenfalls aus. Beide schoben sich am Boxenfunk zunächst gegenseitig den Schwarzen Peter zu, ehe sie noch am Sonntag nach einem Blitz-Briefing des Rennstalls deutlich abgekühlt vor die Kameras traten. Schuldzuweisungen gab es da nur noch andeutungsweise (siehe Video im Tweet).

Both sides of the Ferrari story... #BrazilGP 🇧🇷 #F1

[zum Tweet mit Bild]

"Das war eine dumme Aktion"

Erledigt ist die Sache damit aber freilich nicht. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto wird die Streithähne in Maranello zu einem klärenden Gespräch bitten. Dabei gehe es aber nicht darum, jemanden zu bestrafen, beteuerte Binotto im Formel-1-Fahrerlager. "Den Fahrern sollte in erster Linie das Team leidtun. Es war ein kleiner Crash mit großen Folgen."

Da Ferrari den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM vor dem vorletzten Saisonrennen bereits sicher hatte, durften Vettel und Leclerc in Interlagos frei fahren. "Frei fahren", so Binotto, "heißt aber nicht, sich dumme Aktionen zu erlauben unter Teamkollegen. Und das war für mich eine dumme Aktion."

Verhaltenskatalog eine Option

Möglicherweise werden die Italiener nun eine Verhaltenskatalog für ihre Fahrer erstellen, wie ihn Mercedes einst auf dem Höhepunkt des teaminternen Kriegs zwischen Lewis Hamilton und dem Wiesbadener Nico Rosberg eingeführt hatte. Das sei ein Thema für die kommende Saison, deutete Binotto an.