Im deutschen Eishockey soll es im Herbst mit einem Hygienekonzept weitergehen. Die hessischen DEL2-Clubs sind zuversichtlich, auch wenn viele Fragen noch ungeklärt sind.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Deutscher Eishockeybund mit Hygienekonzept für neue Saison

Jubel beim EC Bad Nauheim
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Der Deutsche Eishockey-Bund hat mit einem Hygienekonzept den Rahmen für die neue Spielzeit mit Zuschauern vorgegeben. Das Gelingen in der DEL und DEL2, steht und fällt dabei mit den Klubs. "Jetzt sind die Klubs gefordert. Das Entscheidende muss jetzt vor Ort passieren", sagte der DEL-Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln am Donnerstag. Auf Grundlage des von DEB und der Liga erarbeiteten Plans sollen die Proficlubs nun jeweils ein eigenes Konzept erstellen, über das letztendlich die regionalen Gesundheitsämter entscheiden.

Dass nun endlich ein Konzept auf dem Tisch liegt, ist auch für die hessischen DEL2-Clubs von immenser Bedeutung. "Ich bin erleichtert, dass wir nach vielen Wochen Arbeit ein Konzept auf die Beine gestellt haben. Das ist die Basis, um mit der Politik zu sprechen", sagte Andreas Ortwein, Geschäftsführer des EC Bad Nauheim, der an der Erarbeitung des Konzeptes beteiligt war, dem hr-sport. Auch Joe Gibbs, Geschäftsführer der Kassel Huskies, sieht das Konzept als "ein gutes Signal und ein Schritt in die richtige Richtung." Eine Stellungnahme der Löwen Frankfurt steht noch aus.

Singen und Anfeuern nur mit FFP2-Maske

Anders als im Fußball sind die Profiligen der drei anderen großen Teamsportarten Eishockey, Handball und Basketball zwingend auf Zuschauer angewiesen. Geisterspiele sind wirtschaftlich nicht darstellbar und jeweils nur für eine begrenzte Zeit denkbar. "Wir brauchen Zuschauer", sagte DEB-Präsident Franz Reindl. "Wir tun alles dafür, dass wir mit Zuschauern spielen können."

Die müssten dann aber wohl einige Einschränkungen in Kauf nehmen. DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel prophezeite genau vorgegebene Wege, etwa zu den Toiletten oder zum Bratwurststand. "Möglichkeiten zu Fiebermessungen im Eingangsbereich vor Betreten des Stadions müssen geschaffen werden", heißt es zudem in dem Konzept. Singen und Anfeuern soll nur, wer eine sogenannte FFP2-Maske trägt.

"Ein gutes Signal und ein Schritt in die richtige Richtung"

Da alles auf einen Spielbetrieb mit Zuschauern ausgelegt ist, blieb das vom DEB vorgelegte Konzept in Teilen reichlich vage. Denn über die Zulassung von Zuschauern kann in jedem Bundesland anders entschieden werden. Auch die regionalen Gesundheitsämter können unterschiedliche Auflage machen. "Wir können keine Komplettlösung anbieten und haben lokale Besonderheiten ausgeklammert", sagte Schaidnagel daher. "Wir denken aber, dass wir eine praktikable Vorlage geleistet haben."

Ähnlich wie Schaidnagel betonte Ortwein die Verantwortung der einzelnen Klubs. "Das Konzept ist ja sehr allgemein gehalten. Für die Klubs bedeutet das, sich mit ihrer jeweiligen Kommune abzustimmen - das sind 14 in der DEL2. Denn es ist niemandem geholfen, wenn wir es in Bad Nauheim schaffen, aber in Frankfurt nicht." Es gehe nun darum, das Konzept "standortspezifisch auszuarbeiten. In Bad Nauheim haben wir beispielsweise keine Probleme mit der Frischluftzufuhr, dafür haben wir andere infrastrukturelle Herausforderungen", so Ortwein.

"Sind bereit, diesen finanziellen Aderlass einzugehen"

Infrastrukturelle Herausforderungen bedeuten für die Clubs freilich auch einen finanzieller Aufwand. "Die Umsetzung des Hygienekonzepts wird Geld kosten, aber wir sind bereit, auch ein Stück weit diesen finanziellen Aderlass einzugehen", so Ortwein. "Um den Sport in einigermaßen erträglichem Rahmen fortzusetzen."

Stets vorausgesetzt, es gibt grünes Licht, denn wie praktikabel das Konzept tatsächlich ist, entscheidet die Politik. Unklar bleibt derweil noch die Frage der künftigen Corona-Tests. "Die Frage der Testung ist noch nicht geklärt", räumte der medizinische DEB-Koordinator Lutz Graumann ein. "Wir müssen einen Rhythmus finden, in dem wir Spieler regelmäßig testen. Das entscheidet jeder Verein vor Ort."