Moritz Müller ist Eishockey-Nationalspieler und Kapitän der Kölner Haie. Weil die Deutsche Eishockey Liga ihren Saisonstart zuletzt erneut verschoben hat, hält er sich jetzt bei den Kassel Huskies fit. Für Müller ist das ein Rückkehr an den Ort, wo alles begann.

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Die Kassel Huskies haben aktuell einen Gast in ihrem Zuhause, der altehrwürdigen Eissporthalle. In Zeiten der Corona-Pandemie ist das aber nicht etwa ein nordhessischer Kufen-Kiebitz, sondern Nationalspieler Moritz Müller. Der 33-Jährige von den Kölner Haien wird die Vorbereitung mit dem Zweitligisten absolvieren und auch in Testspielen für die Huskies auflaufen. Der Grund: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hatte ihren Saisonstart wegen der wirtschaftlichen Probleme durch die Zuschauerbeschränkungen zuletzt zum zweiten Mal verschoben.

Müller ist, wenn er nicht gerade in Nordhessen übers Eis jagt, eigentlich Kapitän der Haie und will sich so bis zum Saisonbeginn fit halten. Sobald der Trainingsbetrieb des DEL-Clubs allerdings startet, soll er nach Köln zurückkehren. "Ich habe in Kassel viele Freunde und Familie, deswegen ist es schön, dass ich hier Eishockey spielen und mich auf die Saison in Köln vorbereiten kann", betonte Müller, der in der nordhessischen Stadt aufgewachsen ist und einst auch mit dem Eishockey begonnen hatte.

Besondere Rolle bei den Huskis

"Ich kenne Moritz schon sehr lange und wird sind immer in Kontakt geblieben", sagte Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs. "Er ist ein echter Leader, der unserer Mannschaft weiterhelfen wird, auch wenn er nur die Vorbereitung bei uns in Kassel ist." Trainer Tim Kehler hofft indes auf Müllers Vorbildfunktion. "Mit seinen Qualitäten auf und neben dem Eis hilft Moritz unserer Organisation und vor allem unseren Spielern sich positiv zu entwickeln, ganz egal ob er eine Woche oder eine ganze Saison da ist."

Doch Müller geht nicht nur sportlich voraus, er beklagte zuletzt immer wieder die Konzeptlosigkeit der DEL im Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie. Er kritisierte zudem Vereine, die trotz der ungewissen Zukunft Neuverpflichtungen vorgenommen hatten. "Aber wären die Vereine, die sagen, dass sie unter den gegebenen Voraussetzungen nicht spielen können, nicht näher am Ziel, wieder zu spielen, wenn man auf Neuverpflichtungen verzichtet?", hatte der Nationalspieler im Interview mit der Süddeutschen Zeitung gefragt.

Kritik an DEL

Die DEL hofft derzeit auf einen Beginn in der zweiten Dezemberhälfte. Die DEL2 hingegen will bereits am 6. November starten - hier sind die Kosten deutlich geringer. Zuletzt hatten bereits die Nürnberg Ice Tigers gleich eine ganze Reihe von Spielern an unterklassige Clubs ausgeliehen. Auch weitere Kölner Spieler wie Patrick Reimer, Felix Schütz und Korbinian Holzer soll es zu anderen Teams ziehen. Müller ist jetzt erst einmal Gast in der alten Heimat.