Andrea Petkovic will weitermachen.

Sie dachte bereits an einen Rücktritt nach den US Open, nun fühlt sich Andrea Petkovic immer besser. Die Darmstädterin will weitermachen - auch durch ein besonderes Gefühl nach dem Aufstehen.

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Audioseite Petkovic nach US-Open-Aus: "Möchte weiterspielen"

Andrea Petkovic während dem Spiel gegen Garbine Muguruza in der 2. Runde der US Open
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Andrea Petkovic setzte sich eine Stunde nach dem Aus gegen die "taffe Olle" Garbine Muguruza auf das Podium der US Open und sprudelte schon wieder vor Tatendrang. "Ich bin vom Platz und hatte gleich zehn Sachen im Kopf, an die ich morgen mit meinem Trainer rangehe", sagte die 33-Jährige.

Sie hatte bereits daran gedacht, ihre Karriere nach den US Open zu beenden. Nach den erfolgreichen vergangenen vier Wochen mit einem Halbfinal- und Finaleinzug sowie einem Titel änderte sie ihre Meinung.

Vergangene vier Wochen sorgten für Umdenken

Ein Karriereende wirkt plötzlich noch ein ganzes Stück entfernt. "Ich bin 33, das ist noch kein Alter, man sieht es bei Novak Djokovic", sagte Petkovic, ihr Körper müsse weiter mitmachen: "Momentan fühle ich mich fit und fühle mich sehr nah dran. Solange meine Leidenschaft da ist und ich mental so bin wie momentan, möchte ich auf jeden Fall weiterspielen." 

Sie habe das Gefühl, dass sie besser und besser werde. Der Aufschlag und ihre Technik hätten sich verbessert, außerdem halte der Körper. "Es ist das Gefühl, dass ich morgens aufstehe und Lust auf den Tag habe."

Pleite gegen spanische Freundin

Zuvor hatte die Darmstädterin auch gegen ihre spanische Freundin Muguruza, eine zweimalige Grand-Slam-Siegerin, trotz einer 4:6, 2:6-Niederlage nicht enttäuscht.

Ihr Match beschrieb Petkovic als "hochklassig, bei dem sie in den entscheidenden Phasen die bessere Spielerin war". Petkovic hatte das Grand-Slam-Gefühl einmal mehr genossen. Ursprünglich hatte sie schon für 2020 das Ende ihrer Karriere avisiert, doch dann kam Corona und die Sportlerin wollte so, ohne Matches vor Zuschauern, nicht aufhören. Nun, da das Tennisjahr 2021 aufs Ende zugeht, ist das Multitalent trotz des Ausscheidens wieder dran, kann mithalten. 

Petkovic über Gegnerin: "Eine taffe Olle"

Das zeigte sie auch gegen Muguruza im Louis-Armstrong-Stadium. Die Viertelfinalistin von 2011 konnte durchaus an ihre überzeugenden Leistungen der Vorwochen anknüpfen und machte es der kraftvollen Spielerin, die sie aus vielen gemeinsamen Trainingseinheiten gut kennt, nicht leicht.  "Sie ist eine taffe Olle und hat einfach Bumms", hatte Petkovic vor dem Match von ihrer Gegnerin geschwärmt.

In den besonderen Umständen der von starken Corona-Einschränkungen betroffenen Australian Open hatten sie sich im Frühjahr näher kennengelernt. Die Chemie passte sofort und beide trainieren nun regelmäßig miteinander.  Für Petkovic sind die "wahnsinnig intensiven" Einheiten ein Grund für ihren Aufschwung der vergangenen Wochen.

Ausflüge zeigen die wahre Leidenschaft

Gegen Muguruza musste sie jedoch in beiden Sätzen einem 0:3-Rückstand hinterherlaufen. Während Petkovic im ersten Durchgang fast ausgleichen konnte, schaltete Muguruza im zweiten Satz noch einen Gang hoch und ließ die weiter kämpfende Deutsche nicht mehr herankommen. 

Petkovic, die parallel zur Tenniskarriere auch als TV-Journalistin arbeitet, nimmt es als Ansporn, sich weiter zu verbessern. "Durch meine vielen Ausflüge wurde mir noch deutlicher, dass meine größte Leidenschaft Tennis ist", sagte sie.