Imago Köhler
Sarah Köhler Bild © Imago

Den deutschen Freiwasserschwimmern um die Frankfurterin Sarah Köhler fehlten nach fünf Kilometern nur sechs Zehntelsekunden zum Gold. Doch Silber ist für das Quartett ein Erfolg. Die Entscheidung fiel erst im Schlussspurt.

Florian Wellbrock hockte nach dem packenden Zielsprint erschöpft im Wasser, an seiner Seite riss Europameister Ferry Weertman jubelnd die Arme hoch. Die Frankfurterin Sarah Köhler, Leonie Beck, Sören Meißner und Wellbrock haben im Team-Wettbewerb mit Silber die dritte Medaille der deutschen Freiwasserschwimmer bei den European Championships gewonnen. In der Staffel musste sich das deutsche Quartett über 4 x 1,25 Kilometer nur den Niederlanden geschlagen geben.

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"Unser Ziel war eine Medaille, jetzt ist es Silber geworden in einem unglaublich spannenden Rennen", sagte Bundestrainer Stefan Lurz im ZDF. Ein Reiz zog der Wettkampf daraus, dass die Reihenfolge der Athleten frei wählbar war. Deutschland und Holland starteten erst mit zwei Frauen, dann folgten die zwei Männer. Andere Nationen wählten andere taktische Varianten. "Keiner hat sich einen Zentimeter geschenkt", sagte Lurz nach dem Wettkampf im Loch Lomond bei Stirling.

Gold knapp verpasst

Beck und die in Glasgow mit zwei Medaillen im Becken erfolgreiche Köhler hatten dem deutschen Team eine vielversprechende Ausgangslage erarbeitet. "Wir haben alle einen guten Job gemacht. Dass Silber rausgekommen ist, freut uns umso mehr", sagte Beck. Meißner brachte die Mannschaft nach vorne, 1500-Meter-Europameister Wellbrock übernahm als Schlussschwimmer zwischenzeitlich die Spitze. Doch Zehn-Kilometer-Olympiasieger Weertman spielte seine ganze Routine aus.

"Der Ferry weiß definitiv, was er macht. Er lag die ganze Zeit bei mir auf der Hüfte. Ich wiege wahrscheinlich 15, 20 Kilo weniger als er, da ist kein Wegkommen gewesen", beschrieb der 20-jährige Wellbrock den packenden Zweikampf gegen den 26-Jährigen. "Das hat er echt gut gemacht." Nach 52:35 Minuten fehlten 0,6 Sekunden auf Gold.

Erfahrung schlägt Jugend

"Freiwasser ist neben der ganzen schwimmerischen Form eine Erfahrungsgeschichte. Ferry hat hunderte Rennen gemacht auf höchstem Niveau", sagte Lurz. "Ich bin davon überzeugt, dass Florian das lernen wird die nächsten Jahre, wenn er dabei bleibt." Zum Abschluss stehen am Sonntag die Rennen über 25 Kilometer an. Dort sind jeweils drei deutsche Starter gemeldet, darunter die 43-jährige Angela Maurer.