Kim Kulig

Kim Kulig ist in vielen Welten zu Hause - lange war sie Spielerin, jetzt steht sie als Trainerin an der Seitenlinie. Die Ex-FFC-Stürmerin hofft auf mehr Sichtbarkeit und sieht ihre eigene Zukunft bei der Frankfurter Eintracht.

Der Weg für Fußballerinnen in Deutschland ist noch weit - zumindest, wenn es um Anerkennung und Sichtbarkeit geht. Das weiß auch Ex-FFC-Spielerin Kim Kulig. Sie sieht erhebliche Arbeit auf vielen Ebenen. "Ich glaube, wir müssen an der Persönlichkeit und Individualität, an der Technik und Fußballfitness arbeiten", sagte sie im Interview der Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Das aber ist nicht alles. "Es ist wichtig, dass genug Mädels Fußball spielen. Was man sieht oder mitbekommt, bleibt in den Köpfen hängen, weshalb Frauen-Länderspiele oder Bundesligaspiele medial präsent sein müssen", so Kulig weiter.

Spielerinnen weiterentwickeln

Die 30-Jährige, die wegen mehrerer Verletzungen ihre Karriere frühzeitig beenden musste, absolviert gerade den Lehrgang zum DFB-Trainerschein. Sie arbeitete zuletzt mit der früheren Nationalspielerin Kerstin Garefrekes als Trainerin der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt in der 2. Bundesliga und sammelte dabei die Erfahrung, dass sich Spielerinnen und Trainerinnen "in anderen Welten" bewegen.

"Es ist enorm viel Arbeit, wenn man jede Spielerin besser machen, sein Trainerteam zusammenhalten möchte: Dafür muss man sehr viel kommunizieren und immer das große Ganze im Blick haben", verriet Kulig. "Und wenn sich die Mädels in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln sollen, dann darf ich ihnen nicht alles vorgeben, sondern muss sie eher 'kitzeln', dass sie selbst nach Lösungen suchen."

Mehr Individualität - auch bei der Eintracht?

"Wir haben ja generell im deutschen Fußball festgestellt, dass wir bei der Individualität noch besser werden können", betonte Kulig. Gemeinsam mit Garefrekes möchte sie die Arbeit auch nach der Fusion des 1. FFC mit Eintracht Frankfurt fortführen. "Für die Stadt Frankfurt ermöglicht die Fusion den nächsten Schritt im Frauenfußball", sagte sie.