Die Spieler der Frankfurt Galaxy laufen auf das Spielfeld am Bornheimer Hang.

Neue Liga, altes Ziel: Frankfurt Galaxy greift in der European League of Football nach den Sternen und möchte Meister werden.

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Galaxy im Training
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Wer sich in den letzten Tagen mit Spielern oder Verantwortlichen der Frankfurt Galaxy unterhalten hat, bekam ein Wort besonders häufig zu hören: "Excitement!" Übersetzen lässt sich das positiv mit "Aufgeregtheit", die negative Bedeutung wäre "Nervosität". Die Footballer am Bornheimer Hang hoffen, dass ersteres überwiegt beim Saisonstart in der neugegründeten European League of Football (ELF) am Sonntag bei den Hamburg Sea Devils (15 Uhr).

"Die Vorfreude ist kaum zu toppen. Wir sind hochmotiviert", sagt Head-Coach Thomas Kösling. Wegen der Corona-Pandemie habe immerhin seit mehr als einem Jahr kein Football-Spiel mehr stattfinden können. Dementsprechend froh seien alle über das Ende der Durststrecke. Dass es dann in Hamburg auch noch gleich zum ersten Topspiel der neugeründeten Liga kommt und Medienpartner ProSieben Maxx die Partie live überträgt, ist das Tüpfelchen auf dem "I" in "Excitement".

Erinnerungen an die NFL Europe

Hamburg Sea Devils gegen Frankfurt Galaxy: Das weckt bei vielen deutschen Football-Fans Erinnerungen an die NFL Europe. 2007 wurde das letzte Spiel im europäischen Ableger der US-amerikanischen Profi-Liga NFL gespielt. In Frankfurt besiegten die Sea Devils die Galaxy mit 37:28 und kürten sich zum letzten World-Bowl-Sieger, bevor die Liga eingestampft wurde. Das dürften auch die Verantwortlichen der neuen ELF im Hinterkopf gehabt haben, als sie den Spielplan zusammenstellten.

"Wir sind die neue Galaxy – das muss man ganz klar betonen", stellt Alexander Korosek klar, der Teambesitzer. Natürlich würde man gerne an die alten Zeiten in der NFL Europe anknüpfen, noch müsse man in Frankfurt und der ELF aber kleinere Brötchen backen.

Die alte Galaxy lockte 2007 durchschnittlich rund 33.000 Football-Fans ins Waldstadion. Die neue Galaxy hat zunächst die PSD Bank Arena zu ihrer Heimspielstätte erklärt, hegt aber leise Hoffnungen, dass Pandemie-Geschehen und Fan-Zuspruch vielleicht doch schon ein Saisonspiel in der größeren Arena im Frankfurter Stadtwald erlauben.

"Der Name verpflichtet"

Die ELF gilt als semi-professionelle Liga. Noch jedenfalls. "Der Traum ist, dass die ELF funktioniert und wir in drei bis fünf Jahren vielleicht von einer professionellen Liga reden", sagt Coach Kösling. Die Liga-Verantwortlichen sind überzeugt, dass der Markt für eine neue europäische Profi-Liga da ist.

Frankfurt Galaxy ist dabei ein wichtiges Zugpferd. Die Mainmetropole gilt seit den 1990er-Jahren als Football-Hochburg – und zählt vielleicht schon alleine deshalb zu den Titel-Favoriten in der ELF. "Der Name verpflichtet auf jeden Fall", gibt Teameigner Korosek zu. Die Hessen wollen dem Erbe sportlich gerecht werden.

"Wir wollen der erste Champion der neuen Liga sein"

"Wir wollen den Bowl (das Finale, Anm. d. Red.) erreichen", sagt Offensive Coordinator Patrick Griesheimer selbstbewusst. "Und wenn man schon mal da ist, kann man das Ding auch gewinnen. Wir wollen der erste Champion der neuen Liga sein."

In den vergangenen Jahren, als das Team noch unter Frankfurt Universe firmierte und in der German Football League (GFL) antrat, spielte man auch vorne mit. Den Bowl konnte man aber nie gewinnen. Klappt es in der ELF auf Anhieb mit dem Titel, wäre das Excitement in Frankfurter Footballkreisen so groß wie seit fast 15 Jahren nicht mehr.