Sebastian Vettel beim Rennen in Melbourne
Sebastian Vettel beim Rennen in Melbourne Bild © picture-alliance/dpa

Nach starken Testfahrten reicht es für Sebastian Vettel und Ferrari im ersten Rennen der neuen Formel-1-Saison nicht für einen Podestplatz.

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Vettel fährt hinterher

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Ein wild entschlossener Valtteri Bottas rast sogar an Lewis Hamilton vorbei, Ferrari und Sebastian Vettel werden gleich zum Auftakt unsanft aus allen Träumen gerissen: Mercedes hat die Saison mit einem Doppelsieg eröffnet, die vermeintlich so starke Scuderia stolperte beim Großen Preis von Australien dagegen ins neue Formel-1-Jahr - Vettel verpasste als Vierter hinter Red-Bull-Star Max Verstappen völlig verdient das Podest.

Sein neuer Teamkollege Charles Leclerc landete auf dem fünften Rang. Der Mann des Tages war zweifellos und ziemlich überraschend Bottas. Die "ewige" Nummer zwei will in dieser Saison alle Zurückhaltung ablegen, und diese Ankündigung machte er gleich in Melbourne wahr. Der Finne nutzte einen schwachen Start von Pole-Setter Hamilton, zog vorbei und fuhr in der Folge geradezu unaufhaltsam zum Sieg.

Bei den Tests stimmte noch alles

Auch den zu diesem Jahr wieder eingeführten Extrapunkt für die schnellste Rennrunde sicherte Bottas sich auf den letzten Kilometern und thront mit der Maximalausbeute von 26 Punkten erstmal an der Spitze des WM-Klassements. Nico Hülkenberg holte im Renault an einem durchwachsenen Wochenende noch den siebten Platz und konnte recht zufrieden abreisen. Für Ferrari und Vettel galt das ganz und gar nicht.

Noch bei den Tests in Barcelona hatte kein Team so stark gewirkt wie die Scuderia. Qualifying-Runden, Rennsimulationen, Setup, beinahe alles schien vom ersten Tag an zu stimmen. Das Fahrerlager war sich daher weitgehend einig: Ein Ferrari würde den Auftakt gewinnen.

Vettel startet gut

Doch ab dem ersten Trainingskilometer im Albert Park gab Mercedes den Ton an, das Qualifying wurde zur Show der Silberpfeile. Hamilton und Bottas holten die erste Startreihe, mit dem riesigen Abstand von sieben Zehntelsekunden blieb Vettel nur der dritte Platz.

Vor allem der Blick auf die vergangenen beiden Jahre machte ihm allerdings Hoffnung. 2017 und 2018 hatte er den Auftakt gewonnen, jeweils nicht vom ersten Startplatz. "Wir haben das hier schonmal geschafft", sagte er am Samstagabend.

Am Start hielt Vettel dann seinen dritten Platz, musste diesen aber hart gegen Verstappen und Leclerc verteidigen. Der sonst meist eiskalte Hamilton erlaubte sich gleich auf den ersten Metern der Saison seine erste Nachlässigkeit: Durch einen nicht optimalen Start konnte Bottas vorbeiziehen.

Rundenzeiten brechen ein

In dieser Reihenfolge drehten die ersten Drei zunächst ihre Runden, Ferrari entschied sich dann für einen frühen Vettel-Stopp. Der Deutsche bekam die härteren Mediumreifen, mit denen der SF90 im Training ohnehin stärker wirkte. Hamilton musste ebenfalls an die Box, um Vettel keine Angriffsfläche zu bieten - es gefiel ihm nicht, denn nun musste er Bottas an der Spitze erstmal ziehen lassen. "Warum haben wir so früh gestoppt?", fragte Hamilton im Boxenfunk. Die knappe Reaktion des Kommandostands: "Wir mussten Vettel abwehren."

Allerdings schaffte es der Heppenheimer nur unmittelbar nach seinem Stopp, mit frischen Reifen ein wenig Druck auszuüben, danach brachen die Rundenzeiten wieder ein - so sehr, dass er Verstappen nichts entgegenzusetzen hatte. Der Niederländer ging in der 31. Runde relativ einfach vorbei und zog in der Folge gleich davon.

Die letzten Runden wurden nun zur Jagd um den Extrapunkt. Bottas, Verstappen und Hamilton legten nochmal nach - und Bottas war in der vorletzten Runde schnellster Mann des Rennens.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 17.03.19, 22.05 Uhr