Sebastian Vettel auf der Strecke in Belgien

Im Training in Belgien fährt Sebastian Vettel der Spitze weit hinterher. Der Heppenheimer hat mal wieder mit seinem Auto zu kämpfen.

Die drohende Mega-Schmach auf einer seiner Lieblingsstrecken scheint Sebastian Vettel nicht einmal groß zu schockieren. Ruhig und gefasst gab sich der viermalige Formel-1-Weltmeister, nachdem er der Spitze auf dem legendären Circuit de Spa-Francorchamps im Training weit hinterhergefahren war. "Wir probieren alles, was wir können", sagte Vettel am Freitag: "Heute war, was die Ergebnisse angeht, kein guter Tag."

Kein guter Tag ist bei fast zwei Sekunden Rückstand eines 53-maligen Grand-Prix-Gewinners vor dem 998. Rennen von Ferrari auf die Spitze eine äußerst wohlwollende Beschreibung. Hoffnung auf Besserung hat er auch nicht wirklich, nicht mal das wechselhafte Wetter über den Ardennen kann ihm offensichtlich helfen.

Im Trockenen schwach, im Nassen auch

"Sowohl im Trockenen als auch im Nassen ist es für uns hart und schwer. Wir versuchen trotzdem, das Beste draus zu machen", meinte Vettel. In der schnelleren Nachmittagseinheit fehlten ihm exakt 1,939 Sekunden im lahmen Ferrari auf den schnellsten Mann des Tages: Max Verstappen.

Der 22 Jahre alte Niederländer, der im belgischen Hasselt geboren wurde, stimmte sich auch ohne Tribünen in Orange und tausende niederländische Fans für die nächste Attacke auf Mercedes mit Saison-Dominator Lewis Hamilton ein. Der Brite musste sich mit 98 Tausendstelsekunden Rückstand auf Verstappen mit Rang drei zufrieden geben auf der 7,004 Kilometer langen Ardennen-Achterbahn. "Es geht sehr eng zu. Ich glaube, Red Bull ist im Moment ein kleines bisschen schneller", kommentierte Hamilton. Er hat auch noch andere auf der Rechnung: "Das macht es spannend."

Vettel immer wieder mit Problemen

Hamilton konnte dort ebenso wie Vettel schon dreimal gewinnen. Der 35 Jahre alte Brite von Mercedes tritt nach vier Siegen in den bisherigen sechs Saisonrennen auch wieder als Favorit an. Teamkollege Valtteri Bottas konnte seine Hoffnungen auf ein Wiedererstarken nach Rang drei zuletzt in Spanien nicht nähren: Nach der schnellsten Runde am Morgen reichte es am Nachmittag zu seinem 31. Geburtstag nur für Platz sechs, über vier Zehntelsekunden langsamer als Verstappen.

Darüber wäre Vettel froh: Er hatte immer wieder Probleme, den roten SF1000 auf der Strecke zu halten. Immer wieder qualmten die Reifen, der Wagen rumpelte über die Randsteine. Auf der berüchtigten Motorenstrecke, auf der die Triebwerke maßgeblich sind für den Erfolg, konnte auch Teamkollege Charles Leclerc nicht viel mehr aus dem Wagen herausholen.

Enges Mittelfeld

Der 22-jährige Monegasse wurde rund 48 Stunden vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr) 15. mit 1,696 Sekunden Rückstand auf Verstappen. In der langsameren ersten anderthalbstündigen Einheit am Vormittag hatte es für Leclerc, Sieger in Spa vor einem Jahr, als 14. und Vettel, Sieger in Spa vor zwei Jahren, auf Rang 15 auch schon verheerend ausgesehen. In Spa droht ihnen nun das nächste rote Fiasko. Das Mittelfeld sei so eng, zwischen Platz fünf und 15 sei praktisch alles möglich, hatte Vettel am Vortag bereits gesagt.

Verstappen kann aufholen

Andere sorgten indes für positive Überraschungen. So wie Daniel Ricciardo. Der Australier schaffte es im Renault mit nur 48 Tausendstelsekunden Rückstand auf den zweiten Platz hinter Verstappen und noch vor Hamilton, musste allerdings auf Geheiß seines Kommandostandes seinen Wagen vorzeitig am Streckenrand abstellen.

Im Klassement könnte Verstappen, der bisher ein Rennen in diesem Jahr gewann, den Rückstand auf Hamilton mit einem weiteren Sieg verkürzen. Er liegt vor dem siebten WM-Durchgang mit 37 Punkten weniger auf Rang zwei. Dritter ist Bottas mit 43 Zählern Rückstand.