Sebastian Vettel im Regen von Hockenheim

Sebastian Vettel hat seinen ersten Sieg seit rund einem Jahr in Hockenheim nur knapp verpasst. Glücklich war der Heppenheimer trotzdem.

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hr-Sport-Reporter Oliver Mayer kündigt den Formel-1-Beitrag in der hessenschau an.
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Im Regenrennen von Hockenheim hat Sebastian Vettel nach einer starken Aufholjagd nur knapp seinen ersehnten Formel-1-Heimsieg verpasst. Der von Platz 20 gestartete Ferrari-Pilot musste sich beim Grand Prix von Deutschland nur dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull geschlagen geben. Beim Hockenheim-Spektakel mit vier Safety-Car-Phasen wurde der Russe Daniil Kwjat im Toro Rosso Dritter. "Was für ein Rennen. Ich bin einfach happy", sagte Vettel grinsend.

Nachträglich Punkte für Hamilton

Mercedes erlebte bei seinem 200. Formel-1-Rennen dagegen ein kleines Desaster. Der WM-Führende Lewis Hamilton blieb im Silberpfeil nach mehreren Ausrutschern zunächst als Elfter ohne Punkte. Allerdings: Hamilton rückte in der Endabrechnung auf Rang neun vor und bekam so doch noch zwei Punkte, nachdem die Rennkommissare beide Alfa-Romeo-Piloten mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegten.

Der Finne Kimi Räikkönen und sein italienischer Teamkollege Antonio Giovinazzi wurden wegen einer unerlaubten Technikhilfe am Start des Rennens sanktioniert und rutschten damit aus den Punkterängen. Alfa Romeo kündigte noch am Abend einen Einspruch gegen das Urteil der Rennkommissare an. "Wir glauben, dass wir Gründe und Beweise dafür haben, dass es aufgehoben wird", sagte Teamchef Fréderic Vasseur.

Hamiltons Teamgefährte Valtteri Bottas schied nach einem Unfall kurz vor Schluss aus. Dagegen behielt Verstappen den Durchblick und die Nerven. Bei wechselhaftem Wetter steckte der 21-Jährige auch einen verkorksten Start weg und holte sich mit einer Galafahrt seinen zweiten Saisonsieg.

Ferrari-Blamage am Samstag

Dahinter gelang Vettel Schadensbegrenzung: Noch am Tag zuvor war der Heppenheimer tief frustriert gewesen, als er wegen eines Problems mit der Luftzufuhr am Turbolader seines Autos gar nicht erst in die Zeitenjagd eingreifen konnte. So musste er das Rennen von ganz hinten starten. Die Blamage perfekt machte ein Defekt im Benzinsystem bei Teamkollege Charles Leclerc, sodass auch der Monegasse nicht um die Pole Position mitfahren konnte. Er startete als Zehnter.

Die Rennleitung entschied, das Feld zunächst für drei Formationsrunden hinter dem Safety-Car um den Kurs zu schicken. Kurz darauf durften sich die 20 Piloten an der Startampel aufstellen. Hamilton verteidigte seine Pole Position mühelos, doch der zweitplatzierte Verstappen kam nicht in Fahrt. Prompt holte sich Bottas im zweiten Silberpfeil Rang zwei. Zum Jubiläum von 125 Jahren Motorsport bei Mercedes ein Start nach Wunsch des Autobauers.

Auch Vettel hielt sich nicht lange auf, machte in den ersten zwei Runden sechs Plätze gut. Als der Mexikaner Sergio Perez seinen Racing-Point-Rennwagen in die Mauer beförderte und das Safety-Car wieder ausrückte, fuhr Vettel blitzschnell an die Box und holte sich Mischwetter-Reifen. Ein geschickter Schachzug. Die meisten Fahrer vor ihm folgten mit einer Runde Verzögerung, so konnte sich der Hesse weiter nach vorn arbeiten. Nach acht Runden war er Siebter.

Mit Trockenreifen im Regen

Dann aber begannen wieder die Sorgen. Wie schon am Vortag schien der Turbo in seinem Auto nicht die normale Leistung zu liefern. Weil auch seine Reifen abbauten, war die Aufholjagd des Heppenheimers gebremst.

An der Spitze hatte Hamilton ein Sicherheitspolster herausgefahren, dahinter duellierten sich Bottas und Verstappen um Rang zwei. Dann wurde es endgültig chaotisch. Die ersten Fahrer, darunter auch Vettel, holten sich Trockenreifen. Kurz darauf setzte wieder Regen ein. Zunächst rutschte Leclerc von der Piste, dann verlor auch Hamilton kurz die Kontrolle über seinen Silberpfeil. Der Brite beschädigte seinen Frontflügel, kürzte illegal den Weg zur Box ab. Vor der Garage musste er ewig warten, ehe die Reparaturarbeiten erledigt waren. Das hinderte auch Kollege Bottas am Reifenwechsel.

Wieder war das Safety-Car im Einsatz. Profiteur der Turbulenzen waren Verstappen und Nico Hülkenberg, die nun vor Bottas das Rennen anführten. Hamilton ordnete sich als Fünfter ein, erfuhr aber bald von der Fünf-Sekunden-Strafe für den verbotenen Abzweig zur Garage.

Unfälle in der Schlussphase

Beendet war der wilde Ritt kurz darauf für Hülkenberg. Wie so viele vor ihm rutschte der Renault-Pilot aus Emmerich in der Südkurve über die spiegelglatte Auslauffläche und krachte in die Mauer.

Auch in der Schlussphase ging der Krimi weiter. Hamilton drehte sich erneut und fiel vorerst aus den Punkterängen. Bottas knallte in die Mauer. Ein letztes Mal kam das Safety-Car - und danach holte sich Vettel noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Podiumsplatz.