Sebastian Vettel jagt im Ferrari die beiden Silberpfeile in China
Kein Vorbeikommen für Vettel: Mercedes hat auch das Rennen in China dominiert Bild © Imago Images

Die Formel 1 ist weiter fest im Klammergriff von Mercedes. Beim Großen Preis von China war an Weltmeister Lewis Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas kein Vorbeikommen. Für den Heppenheimer Sebastian Vettel blieb im Ferrari nur der dritte Platz.

Die Wende verpasst, Mercedes den nächsten Doppelsieg und die souveräne WM-Führung auf dem Silbertablett serviert: Die Durststrecke von Sebastian Vettel hat auch beim 1000. Rennen der Formel-1-Geschichte am Sonntag kein Ende gefunden. Der Heppenheimer blieb beim Großen Preis von China als Dritter zum elften Mal in Folge ohne Sieg – auch weil sein Ferrari-Team durch ein taktisches Waterloo den Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas die obersten Plätze auf dem Podium nahezu kampflos überließ.

Der viermalige Weltmeister Vettel, der zuletzt am 26. August 2018 im belgischen Spa ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatte, verlor gleich zu Beginn des Rennens entscheidend Zeit im Zweikampf mit seinem neuen Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco), der seinerseits nach einem fragwürdig späten Boxenstopp als Fünfter auch noch dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull den Vortritt lassen musste.

Vettels Rückstand wächst

Mercedes dagegen verlässt Shanghai nach einem ungefährdeten Doppelerfolg als klarer WM-Spitzenreiter in beiden Wertungen. Bei den Fahrern übernahm der fünfmalige Champion Hamilton (England) mit seinem 75. Karrieresieg und dem sechsten China-Erfolg mit 68 Punkten erstmals in der Saison die Führung vom Finnen Bottas (62).

Vettel verbesserte sich mit 37 Zählern auf Rang vier, der Rückstand zur Spitze ist aber nach drei WM-Läufen bereits groß – und für die ungeduldigen Tifosi und den ehrgeizigen Vettel zählt nichts anderes als die WM. Verstappen ist Dritter mit 39 Zählern, Leclerc folgt Vettel nun als Fünfter (36). 

"Ich weiß nicht, was wir hier machen"

Während Vettel beim Start seinen dritten Platz an Leclerc verlor, zog Hamilton vor der ersten Kurve an Pole-Setter Bottas vorbei. Der Hesse war in der Folge deutlich schneller als sein Teamkollege, doch er fand auf der Strecke kein Vorbeikommen. Erst in der zehnten Runde wurde der Monegasse via Boxenfunk aufgefordert, schneller zu fahren – oder Vettel passieren zu lassen. Wenig später machte Leclerc zähneknirschend Platz, doch Hamilton an der Spitze war bereits neun Sekunden voraus und kein realistisches Ziel mehr für den Heppenheimer.

Weil auch Vettel wegen einiger Verbremser nicht nennenswert von Leclerc wegkam, reagierte der Newcomer in seinem ersten dritten Rennen für Ferrari ungehalten: "Ich weiß nicht, was wir hier machen, aber ich bin schneller."

Vettel verteidigt sich gegen Verstappen

Nach 18 Runden holte sich Vettel zum ersten Mal neue Reifen, der 31-Jährige kam direkt vor dem Red Bull von Verstappen auf die Strecke. Der für seine aggressive Fahrweise bekannte Niederländer fackelte nicht lange und setzte schon nach einer Runde zum Überholen an. Vettel verteidigte sich entschlossen gegen Verstappen, der sich am Samstag im Qualifying von Vettel behindert gefühlt und Rache geschworen hatte.

Mercedes konnte derweil in Ruhe seine Reifenwechsel durchziehen und den dritten Doppelsieg des Jahres frühzeitig absichern. Es läuft frühzeitig auf die sechste Saison in Folge hinaus, in der die Silberpfeile nicht zu schlagen sind.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 14.04.2019, 22.05 Uhr