Sebastian Vettel

Sebastian Vettel und Aston Martin starten in die zweite Hälfte eines Jahres, das viel Auf und Ab bietet. Die wirklich großen Ziele des Teams liegen weiterhin in ziemlich ferner Zukunft.

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Audioseite Vettel nachträglich disqualifiziert

Vettel kniet vor dem GP in einem Regenbogen-Shirt
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Erfolge sind selten geworden für Sebastian Vettel, und den letzten verlor er am Grünen Tisch - zumindest die Erinnerung an diesen Sommertag in Ungarn kann ihm aber niemand nehmen. "Ich stand ja auf dem Podium, ich hatte all die Emotionen", sagt Vettel über den zweiten Platz, den er nicht behalten durfte: "Das wird aus den Statistiken gelöscht, aber nicht aus meinem Kopf."

Knapp vier Wochen liegt der Grand Prix in Budapest nun zurück, die Sommerpause ist beendet, die nächste Aufgabe wartet am Sonntag (15 Uhr) in Spa - und Vettel hatte Zeit, sich mit der Entscheidung der Rennleitung abzufinden. Es bleibe "ein bitterer Geschmack" zurück, schließlich habe er die ziemlich besondere Keramik-Trophäe nicht behalten dürfen. Die nachträgliche Strafe wegen zu wenig Restbenzin im Tank seines Aston Martin sei aber zu akzeptieren, "Regeln sind Regeln, wir müssen weitermachen".

Vettel: "Ein schwerer Schlag"

In einem Jahr, das schwierig anfing und nur langsam besser wurde, hätten Vettel und sein neuer Rennstall die 18 Zähler allerdings gut gebrauchen können. Mit Blick auf die WM-Punkte, räumt auch der Heppenheimer ein, sei es in der Tat "ein Schlag" gewesen, "ein schwerer Schlag".

Aston Martin war mit der Hoffnung ins Jahr gestartet, hinter Mercedes und Red Bull um Rang drei zu fahren. Dieses Ziel ist längst überholt, auch McLaren und Ferrari sind zu stark. Rang fünf in der Team-WM ist daher der neue Maßstab, auch dieser ist allerdings schwer umkämpft: Noch liegen Alpine und AlphaTauri vor Aston Martin. "Es wird eine sehr fordernde, anstrengende zweite Saisonhälfte", sagt Vettel daher.

Fokus schon jetzt auf dem kommenden Jahr

Schwierig dürfte es werden, weil das Team einen Großteil der Ressourcen schon verbrauchen musste, um den Rückstand auf das Mittelfeld aufzuholen. Viel mehr Entwicklungsarbeit wird bis zum Saisonende wohl nicht mehr möglich sein, schließlich muss für 2022 ein komplett neues Auto entwickelt werden. Der Fokus gilt dem kommenden Jahr.

Und anstrengend sind diese Kämpfe im Mittelfeld auch, weil sie so gar nicht den Ansprüchen des Formel-1-Projekts von Aston Martin entsprechen. Milliardär Lawrence Stroll hatte den Rennstall übernommen, um Siege und Titel einzufahren.

Vettel bleiben die Erinnerungen

Dass das irgendwann gelingt, davon ist der Kanadier noch immer überzeugt. Geht es nach Stroll, dann braucht man vier Zutaten für den Erfolg: die richtigen Anlangen, das beste Personal, gute Abläufe - und Geld. Letzteres pumpt eine Gruppe um Stroll höchstpersönlich in das Unternehmen, die Mitarbeiterzahl steigt stetig, Leute aus den höchsten Ebenen wurden sogar vom Top-Team Red Bull abgeworben. Und die neue Fabrik soll im kommenden Jahr in Silverstone eröffnen.

Ergebnisse wird diese Offensive aber nicht in den kommenden Monaten liefern, und Stroll will nicht mal Hoffnungen für die kommende Saison wecken. Bis Aston Martin ein Siegerteam sei, könne es "vier, fünf, sechs Jahre" dauern, so sei das eben in der Formel 1. Sebastian Vettel, 34, denkt momentan nicht so weit voraus. "Wenn sich die nächste Gelegenheit bietet", dann will er wieder einen Erfolg mit Aston Martin landen. Bis dahin bleiben ja immerhin ein paar Erinnerungen.

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