Ferrari-Pilot Sebastian Vettel erlitt einen Rückschlag in Russland.

Nach zahlreichen Verschiebungen hat die Formel 1 das erste Saisonrennen terminiert. Am 5. Juli soll der Rennzirkus in Österreich eröffnet werden - ohne Zuschauer. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel findet das nicht richtig.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Vettel: "Keine Schnellschüsse"

Sebastian Vettel schaut grimmig.
Ende des Audiobeitrags

Noch vor wenigen Tagen war es nicht mehr als ein Gerücht, nun ist das Vorhaben offiziell: Die Formel 1 soll am 5. Juli im österreichischen Spielberg in die Saison starten. Dem Spektakel beiwohnen können dann allerdings nur die Renn-Teams - und zwar nicht in voller Stärke.

Vettel hätte abgewartet 

Laut Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko prüft die Formel 1 gemeinsam mit den Veranstaltern in der Steiermark, "wie man die Anzahl der Personen einschränken kann, dass nicht der komplette Tross, dann wären es mehrere Tausend Leute, anreisen muss". Zuschauer wären nicht gestattet.

Just dieses Szenario hatte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel erst vor wenigen Tagen kritisiert. "Ein Rennen ohne Zuschauer ist, glaube ich, fad", sagte der Heppenheimer in einer Video-Pressekonferenz. "Es ist nicht richtig." Er bevorzuge, von Schnellschüssen abzusehen und abzuwarten. Dass man die wirtschaftlichen Aspekte nicht außer Acht lassen kann, weiß natürlich auch Vettel. Die Formel 1 hat genau deshalb einen anderen Weg gewählt. 

Rennen in Frankreich nicht möglich

Der überarbeitete Rennkalender werde 15 bis 18 Grand Prix mit einem Saisonfinale im Dezember in Abu Dhabi umfassen, teilte die Rennserie am Montag mit. Die ersten Rennen sollen im Juli und August ohne Zuschauer in Europa stattfinden. Von September an werde es auch Rennen auf anderen Kontinenten geben, hieß es. Ein endgültiger Kalender solle sobald wie möglich veröffentlicht werden.

Kurz zuvor hatten die Veranstalter auch den Großen Preis von Frankreich in Le Castellet abgesagt. Die gesetzlichen Regelungen in Frankreich machen es unmöglich, dass das Event im Süden des Landes wie geplant durchgeführt werden kann. Der Grand Prix war bislang für den 28. Juni vorgesehen. Zuvor wurde bereits der Große Preis von Monaco abgesagt, acht weitere Rennen mussten verschoben werden.

Zwei Mal Spielberg, zwei Mal Silverstone?

Im Not-Kalender der Formel 1 könnten Spekulationen zufolge sogar die ersten beiden Saisonläufe auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg stattfinden. "Wir sind voller Hoffnung und es wäre ein großartiger Start für die Meisterschaft, falls dies als sicher erachtet wird. Ich weiß, dass Red Bull alles tut, um das Rennen zu ermöglichen", hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner gesagt.

Im Anschluss an das Gastspiel in Österreich könnten zwei Rennen im Silverstone folgen. Die Streckenbetreiber informierten die Ticket-Inhaber am Montag, dass es in diesem Jahr kein Rennen mit Zuschauern geben werde. "Ich bin extrem enttäuscht, dass ich sagen muss, dass es für uns unmöglich ist, den diesjährigen Grand Prix vor Fans in Silverstone durchzuführen", schrieb Streckenchef Stuart Pringle. Man habe sich diese Entscheidung so lange wie möglich offen gehalten, müsse diesen Schritt aber nun gehen.

Safety first

Bis zu einer endgültigen Lösung seien aber noch viele Probleme zu überwinden, warnte die Formel 1. Dabei gehe es auch um die Einreise und die Arbeit der Teams in den jeweiligen Ländern der Rennen. Die Gesundheit und die Sicherheit aller Beteiligten stehe weiter im Vordergrund.