Sebastian Vettel in seinem Ferrari auf der Strecke in Monza

Die nächste Verschiebung in der Formel 1: Wegen der Corona-Pandemie können Sebastian Vettel und Co. nicht wie geplant Anfang Juni in Aserbaidschan starten.

Die Formel 1 wird wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant am 07. Juni in Baku in Aserbaidschan fahren können. Das gaben die Macher am Montag bekannt.

Damit ist für das Fahrerfeld um den Heppenheimer Sebastian Vettel nun auch das achte Rennen der Saison 2020 entweder verschoben oder abgesagt worden. Weltverbands-Präsident Jean Todt sprach in einer Videobotschaft von einer "historischen Pandemie", niemand wisse derzeit, "wann unser Leben zurück zur Normalität findet".

Auch Rennen in Montreal steht auf der Kippe

Damit wird der Auftakt der Königsklasse des Motorsports 2020 frühestens Mitte Juni in Kanada stattfinden. Doch während die Formel 1 versucht, die Fans mit virtuellen Rennen etwas bei Laune zu halten, mehren sich die Anzeichen, dass auch das für den 14. Juni in Montreal geplante PS-Spektakel bedenklich wackelt. So oder so: Die Formel-1-Saison wird so spät wie noch nie beginnen.

Auf diesen historischen Rekord hätte Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey sicher gerne verzichtet. Eigentlich hatte der Manager aus den USA die Gewinne der Rennserie mit einem vor Saisonbeginn 22 Rennen umfassenden Rekordkalender maximieren wollen. 

Monaco-Grand-Prix schon ersatzlos gestrichen

Doch dass in diesem Jahr so viele Grand Prix wie nie zuvor in der 71-jährigen Formel-1-Geschichte stattfinden, scheint längst ausgeschlossen. Daran, dass alle verschobenen Rennen nachgeholt werden können, glaubt im Zirkus kaum noch jemand. Die Zeit wird ja immer knapper, außerdem verkommt die auf die Teams zukommende logistische Aufgabe mehr und mehr zu einem Ding der Unmöglichkeit.

Der etatmäßige Saisonauftakt in Melbourne,Australien (15. März), war erst zwei Stunden vor dem ersten Freien Training aufgrund eines Coronafalls beim McLaren-Rennstall gecancelt worden. Es folgten in kurzer Folge die Verlegungen der Rennen in Bahrain (22. März), Vietnam (5. April), den Niederlanden (3. Mai) und Spanien (10. Mai). Bereits im Februar war der Große Preis in China (19. April), dem Ursprungsland des Coronavirus, vorläufig abgesagt worden. Der Klassiker in Monaco am 24. Mai wurde wegen des aufwändigen Streckenbaus ersatzlos gestrichen.

Sommerpause soll ausfallen

Zudem verlegte die Formel 1 in der Vorwoche die üblicherweise im August abgehaltene Sommerpause in den März und April und verlängerte diese von zwei auf drei Wochen. Der frei gewordene Korridor im Sommer soll genutzt werden, um verschobene Rennen nachzuholen. Doch für alle wird es nicht reichen.

Für Todt habe derzeit aber ohnehin die "Gesundheit" aller "oberste Priorität", sagte der Franzose und rief im Kampf gegen Sars-CoV-2 zur Solidarität auf: "Zusammen werden wir es schaffen."