Kurz vor der Sommerpause macht die Formel 1 Station in Ungarn. Für den Heppenheimer Ferrari-Piloten Sebastian Vettel ist es die letzte Chance, ein trauriges Jubiläum abzuwenden.

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Sebastian Vettel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Formel 1: Vor dem Großen Preis von Ungarn

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Sebastian Vettel nahm mit einem Nicken auch die letzten Glückwünsche entgegen, sprach noch einmal pflichtschuldig über seine Aufholjagd beim Heimrennen, dann zuckte er mit den Schultern. "Hoffentlich können wir in ein paar Monaten zurückblicken und denken: Seit Hockenheim läuft es endlich", sagte der 32-Jährige.

Die Botschaft: Der furiose zweite Platz vom vergangenen Wochenende ist nur dann etwas wert, wenn Ferrari jetzt nachlegt. Am besten schon beim Großen Preis von Ungarn, beim letzten Rennen vor der Sommerpause.

Trauriges Jubiläum droht

Denn Vettels Leistung in Deutschland mag die Stimmung bei Ferrari aufgehellt haben, auf einen Sieg wartet der Heppenheimer aber weiterhin - und wenn er auch am Sonntag (15.10 Uhr) nicht gewinnt, dann feiert er in der Sommerpause ein trauriges Jubiläum: Am 26. August liegt sein letzter Erfolg genau ein Jahr zurück.

Das drückt durchaus auf die Stimmung, der Eindruck täusche nicht. "Wir können nicht glücklich sein mit dem, was wir bisher erreicht haben, und deshalb sieht man mich nicht mehr so oft lächeln", sagte Vettel. Neuen Anlass für ein wenig Optimismus habe man sich zuletzt aber erarbeitet: "Es gibt eine positive Tendenz, die vergangenen Wochen waren gut für uns. Deshalb werden wir auch hier voll angreifen."

WM-Titel in weiter Ferne

84 Punkte beträgt Vettels Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes zwar bereits, auch im fünften Jahr bei Ferrari wird der Deutsche eher keinen Titel gewinnen. Aber es geht schon gar nicht mehr nur um den Triumph in diesem Jahr.

"Wir müssen auch die richtige Entwicklungsrichtung für nächstes Jahr finden", sagte Vettel. "Die Regeln bleiben ja stabil, und wir lernen am meisten, wenn wir attackieren." Denn auch nach elf von 21 Saisonrennen arbeitet die Scuderia noch daran, ihr eigenes Auto zu verstehen. Fortschritte sind allerdings sichtbar.

Viele langsame Kurven in Ungarn

Der anfangs so eklatante Rückstand auf Mercedes in weniger schnellen Kurven ist geschrumpft, "die vergangenen Wochen haben Mut gemacht", sagte Vettel. Es wird höchste Zeit, dass der Ferrari nicht mehr nur auf Hochgeschwindigkeitskursen funktioniert. Denn der enge Hungaroring besteht aus zahlreichen langsameren Kurven.