In der Regen-Quali von Spielberg fährt Formel-1-Pilot Sebastian Vettel aus Heppenheim erneut nur hinterher. Die Pole Position sicherte sich am Samstag Weltmeister Lewis Hamilton.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hamilton tanzt im Regen zur Pole - Vettel chancenlos

Vettel in seinem Ferrari
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Meisterhaft hat sich Lewis Hamilton im Regen von Spielberg die Pole Position für das zweite Formel-1-Rennen des Jahres gesichert. Der englische Weltmeister ließ der Konkurrenz in der Qualifikation auf dem Red-Bull-Ring keine Chance. Hamilton distanzierte Max Verstappen im Red Bull auf den zweiten Platz, Dritter wurde McLaren-Mann Carlos Sainz. Der Engländer stürmte zu seiner ersten Pole des Jahres, es war die 89. seiner Karriere.

Sebastian Vettel kam im Ferrari nicht hinterher. Nach Rang elf vor einer Woche reichte es für den Heppenheimer nur zu Rang zehn. Sein Rückstand auf Hamilton betrug fast 2,4 Sekunden (2,378). "Ich hatte einen großen Moment in der vorletzten Runde, da ist mir das Herz fast in die Hose gesackt", berichtete Hamilton vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr). "Ich liebe diese Tage."

Abschlusstraining abgesagt

Auf ein letztes Warmup hatten Vettel & Co. verzichten müssen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Abschlusstraining abgesagt. Das war letztmals im Oktober vergangenen Jahres der Fall gewesen, als Taifun Hagibis die Königsklasse des Motorsports in Japan sogar für einen kompletten Tag zum Stillstand gebracht hatte.

Das Wetter wirbelte den Ablaufplan in der Steiermark aber auch so gehörig durcheinander. Erst mit 46 Minuten Verspätung wurde die Qualifikation freigegeben. Zuvor hatten die starken Regenfälle dafür gesorgt, dass das Formel-3-Rennen im Rahmenprogramm der Motorsport-Königsklasse nach nur zwölf Runden abgebrochen worden war. Die Bedingungen waren für die Fahrer zu gefährlich geworden.

Dunkle Wolken über der Strecke in Spielberg

Ein entscheidender Faktor für die Sicherheit ist stets, ob der am Kurs positionierte Rettungshubschrauber abheben kann. Dunkle Wolken hingen über der Strecke. "Österreich ist, was das Wetter betrifft, immer ein herausfordernder Kurs", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn. "Wir hatten aber schon zuvor mit solchen Bedingungen zu tun."

Die Rennleitung war längst die Modelle durchgegangen, was passieren würde, wenn im äußersten Fall gar keine Startplatzjagd möglich gewesen wäre. Dann wären die Zeiten aus dem letzten Training herangezogen worden.

Vettel als erster in die Quali

Das wäre für Vettel fatal gewesen, der im zweiten Freien Training nur 16. geworden war. Um 15.46 Uhr erteilten die Stewards aber die ersehnte Freigabe. Und als erster Pilot wagte der Südhesse die Ausfahrt. Vettel sicherte sich auch die erste schnellste Runde (1:24,235 Minuten). Die Zeiten verbesserten sich in der Folge.

Ohne Zwischenfälle liefen die K.o.-Phasen nicht ab. So schlitterte Antonio Giovinazzi in seinem Alfa Romeo zum Ende des ersten Qualifikationsabschnitts von der Strecke.

Vettel vor Leclerc

Vettel behielt hingegen die Kontrolle über seinen roten Rennwagen, auch wenn es ihn mal über die Randsteine hinaustrug. Nachdem er vor einer Woche noch mit Rang elf den Einzug in den Entscheidungsdurchgang verpasst hatte, blieb ihm dies im Regen nun erspart. Gerade noch als Zehnter zog Vettel in die letzte K.o.-Phase ein, sein Stallrivale Leclerc verpasste dagegen als Elfter eine Position in den Top Ten. Kurz darauf kam es für ihn noch schlimmer: Der 22-Jährige wurde von den Rennkommissaren strafversetzt und startet nun als 14.

"Wir waren einfach nicht schnell genug, wir konnten nichts dagegen tun", resümierte der Monegasse. Der Regen ließ dann nicht mehr nach. "Es kommt viel mehr Wasser runter", berichtete Weltmeister Hamilton zu Beginn des entscheidenden Durchgangs. In überragender Manier sicherte er sich aber Startplatz eins.

Sendung: hr-iNFO, 11.07.20, 17 Uhr