Sebastian Vettel

Disqualifikation statt Rang zwei: Für Sebastian Vettel hat der GP von Ungarn am Sonntagabend ein schlechtes Ende genommen. Nicht nehmen konnte man dem Heppenheimer sein politisches Statement.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Vettel nachträglich disqualifiziert

Vettel kniet vor dem GP in einem Regenbogen-Shirt
Ende des Audiobeitrags

Sebastian Vettel ist nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Ungarn disqualifiziert worden. Der Heppenheimer hatte nach dem Rennen zu wenig Benzin im Tank. Nach einer Untersuchung seines Aston Martin war herausgekommen, dass es statt des geforderten mindestens einen Liters Treibstoff im Tank nur 0,3 Liter waren. Er hatte mit seinem Auto schon nicht mehr den sogenannten Parc ferme erreicht.

Vettel war auf dem Hungaroring Zweiter hinter dem französischen Sensationssieger Esteban Ocon im Alpine-Renault geworden. Platz drei ging an Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) im Mercedes. Der neue WM-Spitzenreiter Hamilton rückt nun auf Platz zwei vor, der spanische Ferrari-Pilot Carlos Sainz ist Dritter.

Verrücktes Rennen

Die Entscheidung der Rennkommissare ist der Schlusspunkt unter einem kuriosen Rennen, das von einem Massencrash in der ersten Kurve geprägt wurde. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas hatte die Kollision verursacht und sich danach bei den Konkurrenten entschuldige: "Ich hätte früher bremsen sollen, es war mein Fehler." Der Finne hatte sich auf regennasser Strecke verbremst, den McLaren von Lando Norris getroffen und damit ein echtes Formel-1-Domino ausgelöst.

Vorne entkam Hamilton dem skurril anmutenden Unfallgeschehen noch, dahinter krachte Norris in den Wagen von Max Verstappen, Bottas rutschte auch noch in den Red Bull von Sergio Perez, etwas weiter dahinter kollidierte Lance Stroll im Aston Martin mit dem Ferrari von Charles Leclerc. Kurve eins auf dem 4,381 Kilometer langen Kurs bei Budapest glich einem Trümmerfeld - abgestellte Rennwagen und deprimierte Piloten.

Der Crash beim GP von Ungarn

Verstappen kämpft sich auf Rang zehn

Bottas, Perez, Leclerc und Stroll konnten nicht mehr weitermachen. Das Safety-Car musste raus, das Rennen wurde unterbrochen und vor allem die Red-Bull-Mechaniker versuchten, teilweise sogar mit Klebeband die erheblichen Schäden am Wagen von Verstappen zu reparieren. Verstappen kämpfte das gesamte Rennen über mit dem geflickten Wagen, schleppte sich auf Rang zehn ins Ziel, verlor die WM-Führung aber wieder an Hamilton.

Weil sich der britische Seriensieger aber mit den Reifen verspekulierte, konnte er trotz furioser Aufholjagd nicht mehr ganz ans Spitzenduo Ocon - Vettel rankommen. Der Heppenheimer hätte vorne fast noch den ersten Sieg im Aston Martin gefeiert, schaffte es aber nicht am jungen Franzosen vorbei. Trotzdem wirkte er wie einer der Gewinner - bis die Entscheidung der Kommission zumindest seinen sportlichen Erfolg dämpfte.

Vettel mit klarer politischer Botschaft

Der frühere Weltmeister dürfte den Großen Preis von Ungarn trotzdem als persönlichen Erfolg einstufen, setzte er doch mehrfach klare politische Botschaften gegen die eingeschränkten Rechte von Homosexuellen in Ungarn.

Der Heppenheimer trug bei der ungarischen Hymne unmittelbar vor dem Start ein T-Shirt in Regenbogenfarben mit der Aufschrift "SAME LOVE". Dass er dafür schon vor seiner Disqualifikation eine Verwarnung abseits der Strecke bekam, nahm er gelassen. "Ich bin happy, was immer sie auch tun. Mir ist es egal. Ich würde es wieder tun", sagte er bei Sky.

Vettel mit seinem Regenbogen-Shirt