In Ungarn hat sich Lewis Hamilton die 90. Pole Position seiner Karriere geholt - und Sebastian Vettel einmal mehr keine Chance gelassen. Der Heppenheimer startet am Sonntag von Rang fünf - bleibt aber optimistisch.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Qualifying in Ungarn: Hamilton lässt Vettel keine Chance

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"Lebbe geht weiter", sagte Sebastian Vettel durch den Stoff seiner roten Maske im Interview nach dem Qualifying bei RTL. Die Anspielung auf Eintracht-Ikone Dragoslav Stepanovic konnte sich der Heppenheimer nicht verkneifen. Dabei lief es im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn am Samstag deutlich besser als zuletzt für Vettel und Ferrari.

"Ich bin lange genug dabei, ich habe schon ziemlich viel gesehen und mitgemacht, aber klar ist heute ein besserer Tag als an den letzten Wochenenden", betonte Vettel. Beim Rennen am Sonntag startet er von Rang fünf. "Nicht nur mitzufahren, sondern mit beiden Autos mitten reinzufahren, ist schon gut."

Hamilton nicht zu schlagen

Gegen einen Weltmeister vom anderen Stern hatten der bravourös kämpfende Vettel und Ferrari, aber auch die Mercedes-Konkurrenz keine Chance. Hinter Lewis Hamilton, dessen Teamkollegen Valtteri Bottas (Finnland) und den beiden Racing Point mit Lance Stroll (Kanada) und Sergio Perez (Mexiko) war Vettel damit der beste Fahrer ohne Mercedes-Antrieb. Sechster wurde sein Teamkollege Charles Leclerc (Monaco).

Hamilton musste sich derweil "selbst erstmal zwicken, um das zu realisieren". Seine 1:13,447 Minuten sind Streckenrekord auf dem Hungaroring: "In dieser einen Runde ist die Perfektion zusammengekommen. Mein Auto ist nicht weit entfernt von einem Schienenfahrzeug." Bottas landete nur eine Zehntelsekunde dahinter, der Abstand zum drittplatzierten Stroll betrug dann schon fast eine Sekunde. "Wir haben ein sehr hohes Level, sind weit weg von den anderen Teams", stellte Bottas fest.

Mercedes als Maß aller Dinge

Schon in den ersten fünf Minuten waren alle 20 Autos auf der Strecke - ganz leichter Regen und wenig verheißungsvolle Wetterprognosen machten die Zeitenjagd auf dem Hungaroring zu einem Vabanquespiel. Von Beginn an gaben die beiden Mercedes die Pace vor, und das, obwohl Motorsportchef Toto Wolff von einem "Schritt zurück im Vergleich zum Freitag" gesprochen hatte: "Wir sind nicht zufrieden damit, wie das Auto liegt."

Hamilton hatte sich für das Qualifying eine trockene Strecke gewünscht: "Auf diesem kurvenreichen Kurs ist es im Regen echt tricky." Am vergangenen Samstag hatte der Weltmeister im Regen-Qualifying von Spielberg mit einer Fabelrunde die Konkurrenz um mehr als eine Sekunde distanziert. "Wir versuchen immer, unser Auto weiter zu verbessern, es zu verstehen", sagte Hamilton, der sich der Kritik von Wolff zumindest öffentlich nicht anschließen wollte.

Perez mit zwischenzeitlicher Bestzeit

Kurz vor Ende von Q1 brannte Perez eine Bestzeit in den Asphalt. In 1:14,681 Minuten blieb der Mexikaner als erster Fahrer in diesem Jahr unter 1:15 und setzte sich damit an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von Stroll. Am Ende reichte es aber nicht, um Mercedes ernsthaft herauszufordern.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 19.07.2020, 19.30 Uhr