Steinruck beim Zieleinlauf

Tränen im Ziel, ein Ticket für Olympia, Salzbrezeln für den Kreislauf: Vier emotionale Geschichten, die den Frankfurt Marathon 2019 so besonders gemacht haben.

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Der Zieleinlauf von Homiyu Tesfaye
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1. Zampachs emotionaler Zieleinlauf

Einer der emotionalen Höhepunkte beim Frankfurt Marathon am Sonntag war der Zieleinlauf des ehemaligen Fußball-Profis Thomas Zampach. Der 49-Jährige, der vor drei Jahren seinem kranken Bruder Paul eine Niere gespendet hatte, konnte nicht mehr an sich halten: "Irgendwie musste es raus. Vieles lief nochmal wie ein Film an mir vorbei, da fällt es schwer, die Emotionen zu kontrollieren", sagte Zampach unter Tränen. Hinter der Ziellinie lagen sich die Brüder lange in den Armen. Mehrfach hatte sich der frühere Bundesliga-Spieler erschöpft am Straßenrand fallen lassen müssen. Seine Begleiterin, die ehemalige Olympia-Teilnehmerin Petra Wassiluk, dehnte immer wieder seine von Krämpfen geplagten Beine.

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Thomas Zampach mit Bruder Paul im Ziel beim Frankfurt Marathon
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2. Steinruck mit persönlicher Bestzeit zur Olympia-Norm

Welch ein Rennen für Katharina Steinruck: Die 30-Jährige von der LG Eintracht Frankfurt kam mit der persönlichen Bestzeit von 2:27:26 Stunden ins Ziel. "Ich laufe zu Hause die Olympia-Norm - geiler geht's gar nicht!", sagte die strahlende Steinruck und freute sich schon auf die kulinarische Belohnung am Abend: "Eine große Platte beim Eritreer." Ihre Mutter und Trainerin Katrin Dörre-Heinig war einst eine Weltklasse-Läuferin und gewann 1988 in Seoul Olympia-Bronze. Die Norm für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio liegt bei 2:29:30 Stunden.

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Steinruck Interview
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3. Brink legt Kiosk-Stopp ein

Irgendwann - mitten im Marathon und live im hr-Fernsehen - bog Julius Brink in eine Tankstelle ab. Der Beachvolleyball-Olympiasieger von London 2012 bestritt seinen ersten Lauf über die klassischen 42,195 Kilometer. Allerdings ging er bereits lange vor dem Ziel in eine Art Walking über. Zwischendurch stopfte sich Brink an den Verpflegungsstationen die Taschen mit Bananen voll. Doch damit kam er offensichtlich nicht über die Runden: Die Zuschauer der hr-Übertragung trauten ihren Augen kaum, als der 37-Jährige für Minuten in einer Tankstelle verschwand und sich mit einer Tüte Salzbrezeln und fröhlich kauend wieder auf die Strecke machte. "Es war ein bisschen eine Schnapsidee, so vom Herz-Kreislauf-System her", räumte Brink ein. "Mein Körper ist für etwas anderes geschaffen, eher für Sand", sagte der frühere Partner von Jonas Reckermann.

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Julius Brink beim Frankfurt Marathon
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4. Tesfayes harter Kampf

Viel riskiert, nichts gewonnen: Nach einem fulminanten Start hat Mittelstreckenspezialist Homiyu Tesfaye bei seinem Debüt auf der Marathonstrecke die Olympianorm klar verpasst. Der 26-Jährige benötigte 2:18:30 Stunden und lag damit exakt sieben Minuten über der geforderten Zeit für die Sommerspiele im kommenden Jahr. "Ich habe alles gegeben. Ich habe noch Zeit und auch die Möglichkeit, die Norm zu erfüllen", sagte er. Die erste Hälfte des Rennens hatte Tesfaye noch sehr schnell bestritten. Den Halbmarathon absolvierte der Athlet von der LG Eintracht Frankfurt in weniger als 65 Minuten, lag nur knapp hinter der Spitze. Dann musste er dem hohen Tempo allerdings Tribut zollen und kurz vor dem Ziel von Krämpfen geplagt sogar kurzzeitig anhalten.

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Homiyu Tesfaye
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