Thomas Kösling, hier noch als Trainer der Universe, wird das neue Frankfurter Team als Headcoach führen.

Die Planungen für die neu gegründete European League of Football laufen auch Hochtouren – wenn auch noch im Verborgenen. Das "Frankfurter Football Team" will nicht nur mit einem neuen Namen begeistern.

Der Football in Frankfurt ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt. Klar ist Ende Februar nur eins: Im kommenden Sportjahr soll es neben der GFL-Mannschaft der Frankfurt Universe einen weiteren Big Player geben. Er soll unter der Führung des ehemaligen Universe-Geschäftsführers Alexander Korosek in der neu gegründeten European League of Football (ELF) starten.

Das "Frankfurter Football Team" – so der Arbeitstitel der Mannschaft  – startet im September in die Saison. Mit dabei sind sieben weitere Teams, fünf aus Deutschland sowie eins aus dem polnischen Breslau und ein spanischer Club aus Barcelona. Startschuss für die Saison ist Mitte Juni, im September soll dann der europäische Football-König gekrönt werden. So Corona will.

Der Kader steht

"Die ELF ist eine Art Wundertüte", sagt Korosek dem hr-sport und meint damit die ungewisse Planung in Zeiten einer nie dagewesenen Pandemie. Derzeit trifft der Begriff aber ebenso gut auf die Frankfurter Footballer zu. Unter welchem Namen das Team auf Touchdown-Jagd gehen wird? Verrät Korosek nicht. Tritt es farblich in der Frankfurter Tradition der "Men in Purple" an? Kein Kommentar. Im März, so Korosek, will sich der neue Big Player in der Bankenstadt der Öffentlichkeit präsentieren. Man darf gespannt sein.

Untätig waren die Verantwortlichen in den vergangenen Wochen und Monaten natürlich nicht. Die Kaderplanung sei weitgehend abgeschlossen, verrät Korosek. Kein Geheimnis ist es, dass ein großer Teil des Kaders aus bisherigen Spielern der Frankfurt Universe bestehen wird. Auch Ex-Universe-Headcoach Thomas Kösling ließ sich für das neue Projekt begeistern. "Ziel ist es, lokale Spieler zu fördern und groß herauszubringen", sagt Korosek. "Wir haben dahingehend einen sehr guten Kader zusammen."

Nur mit heimischen Talenten ist der Erfolg im American Football allerdings nicht möglich. Das wissen die Verantwortlichen nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Barcelona oder Breslau. Die Ligaspitze der ELF gestattet es jedem Team daher, vier US-Amerikaner als Importspieler unter Vertrag zu nehmen. Auch diese Kaderplätze sind nach Angaben Koroseks schon vergeben.

Spiele im Eintracht-Stadion geplant

Wie die Frankfurt Universe – die nach dem Exodus eines Großteils ihrer Belegschaft gezwungenermaßen auf Talente setzen wird – soll das Frankfurter Football Team die meisten seiner Heimspiele am Bornheimer Hang absolvieren. Wie das konkret funktionieren soll, ist unklar. Mit den "Hausherren" FSV Frankfurt, Universe und "Football Team" dürfte die Terminplanung im Bornheimer Stadion jedenfalls kompliziert werden.

Korosek arbeitet zudem an einer noch größeren Lösung: Geplant sei es, auch Spiele im Stadion der Frankfurter Eintracht zu absolvieren, sagt er. Eine Rückkehr zu den glorreichen Frankfurter Football-Tagen, als im Schnitt mehr als 30.000 Zuschauer zu den Heimspielen der Galaxy erschienen, ist allerdings nur schwer vorstellbar. Nicht nur aus Pandemie-Gründen. Ohnehin müssen Korosek und Co. In Sachen Zuschauerplanung auf Sicht fahren. Derzeit arbeiten die Hessen an einem Hygienekonzept für eine mögliche Rückkehr der Fans. Ob und wie viele Zuschauer die ersten Spiele bejubeln können, ist noch offen. Wie so vieles rund um den Restart im Frankfurter Football.