Anton Segner in der Nahaufnahme

Anton Segner aus Frankfurt will ein Teil der All Blacks werden. Das Rugby-Talent hat dafür extra seine hessische Heimat verlassen und spielt, trainiert und lernt seit Jahren in Neuseeland. Die Liebe zum Spiel mit dem Ei entdeckte er zufällig.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Segner: "Nach Neuseeland zu gehen, war ein großer Schritt"

Anton Segner bei einem Rugby-Spiel in Aktion
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Anton Segner ist 18, kommt aus Frankfurt und ist Eintracht-Fan. So weit, so normal. Der Sport, den der Teenager betreibt, ist schon etwas exotischer. Segner spielt Rugby. Und spätestens der Umstand, wo und wie er dem Spiel mit dem ovalen Ball nachgeht, macht es zu etwas Besonderem. Der gebürtige Frankfurter spielt für ein College in Neuseeland, hat gerade seinen ersten Profi-Vertrag in der Tasche und möchte irgendwann für die legendären All Blacks, das Nationalteam des Pazifik-Staats, auflaufen.

Wer ist dieser Kerl? Alles fängt im Alter von neun Jahren an. Segner geht in Dreieich auf die Strothoff International School und hat dort auch Freunde aus England. Die zeigen ihm eines Nachmittags ein Rugby-Ei, spielen ein wenig mit ihm herum. Da ist es schon um Segner geschehen. Einen Tag später schaut er beim SC Frankfurt 1880 vorbei und absolviert sein erstes Training. Es ist Sport-Liebe auf den ersten Blick. Oder besser: auf den ersten Kontakt.

Trainer beim SC 1880 erkennt das Talent

Denn das physische und kontaktfreudige Spiel passt perfekt zu Segner und seiner Statur. Tacklen, laufen, passen - dem jungen Frankfurter gefällt die Komplexität des Spiels. Und schnell wird klar, dass der Neueinsteiger besser ist als seine Altersgenossen. Das fällt auch Trainer Tim Manawatu auf. Der gebürtige Neuseeländer trainiert das junge Talent und wird schnell ein Freund der gesamten Familie.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Segner: "Mein Trainer sagte mir, dass ich das Potenzial habe"

Anton Segner bei einem Rugby-Spiel in Aktion
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Eines Tages bekommt Manawatu ein Angebot, zurück in sein Heimatland zu gehen und dort eine Auswahlmannschaft zu trainieren. Manawatu sagt zu, verlässt Frankfurt und Segner, der Kontakt der beiden reißt aber nie ab.

2017 ergibt sich dann die Chance, die das Leben des Rugby-Talents schlagartig verändert. Dank Manawatu, der das Potenzial Segners für groß genug hält, reist der damals 15-Jährige das erste Mal nach Neuseeland. Am dortigen College in Nelson bewirbt sich der Frankfurter - und wird tatsächlich genommen.

Tagesablauf völlig durchgetaktet

"Nach Neuseeland zu gehen, war natürlich ein großer Schritt", erzählt Segner heute im Gespräch mit dem hr-sport. Aus der Großstadt Frankfurt geht es ins beschauliche Nelson, dort dreht sich alles in seinem Leben ab sofort nur noch um Rugby. Der ganze Tag ist auf den Sport ausgerichtet - und komplett durchgetaktet.

"Ich wache um halb sieben auf, dann geht es direkt ins Fitnesstudio. Dort bin ich eine gute Stunde. Nach der Dusche geht es ab in die Schule. Noch während der Schulzeit gibt es eine Stunde Extra-Training. Dienstags und Donnerstags habe ich zudem Teamtraining. Am Samstag folgt dann ein Spiel", berichtet Segner. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Sachen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So läuft ein College-Tag bei Anton Segner ab

Anton Segner bei einem Rugby-Spiel in Neuseeland
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"Habe immer noch Schwierigkeiten, das alles zu erfassen"

Der Kontakt zur Familie in Frankfurt bleibt aber. "Ich vermisse meine Familie und Freunde sehr", gibt der Teenager zu. Immer über Weihnachten ist Segner über mehrere Wochen zuhause, besucht in der Zeit auch seinen alten Club SC Frankfurt 1880. Das Vereinsleben hat er in Neuseeland am College nicht. Noch nicht. Denn bald wird sich sein Leben erneut ändern und damit sein Traum von den All Blacks ein Stück realistischer werden.

Aktuell weilt Segner bei einem zweiwöchigen U18-Camp der neuseeländischen Nationalmannschaft. Danach geht sein Leben als Rugby-Profi los. Der gebürtige Frankfurter hat bereits seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben und wird im neuen Jahr in der zweiten Liga in Neuseeland spielen. "Es war immer mein Traum, Profi-Rugby-Spieler zu werden. Ich habe immer noch Schwierigkeiten, das alles zu erfassen", gesteht er.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Segner über seinen ersten Profi-Vertrag: "War ein riesiges Ziel"

Anton Segner bei einem Rugby-Spiel in Neuseeland
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Nächstes Zwischenziel: Super-Rugby-League

Der erste Schritt ist damit aber getan. Das nächste Zwischenziel wäre die Super-Rugby-League in Neuseeland, vergleichbar mit der Fußball-Bundesliga in Deutschland. Und dann? Käme nur noch die Krönung. Ein Teil der legendären All Blacks sein. Das Trikot mit dem Silberfarn trug Segner bereits bei Spielen mit Neuseelands Nachwuchsteams. Was auch dort dazu gehört: der Haka vor dem Spiel.

Ein Junge aus Frankfurt, der den Maori-Kriegstanz vor dem Spiel mitmacht - auch für Segner ein besonderer Moment. "Als kleines Kind habe ich in Frankfurt gesehen, wie die All Blacks den Haka getanzt haben, jetzt war ich selbst dabei. Das ist unglaublich", berichtet er. Ein Trikot vom Spiel hängt mittlerweile bei der Familie in Frankfurt, ein weiteres im College in Nelson. Vielleicht kommt ja eines Tages auch eines von den richtigen All Blacks hinzu. Diesem Jungen aus Frankfurt ist alles zuzutrauen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Segner über den Haka: "Das ist unglaublich"

Der Haka der All Blacks
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