Gesa Krause in Leichtathletikwettkampfkleidung springend in der Luft - aus der Froschperspektive fotografiert.

Gesa Krause hat bei Olympia in Tokio ein klares Ziel vor Augen: Eine Medaille soll her. Dafür verzichtet die Hindernisläuferin auch auf eine ganz besondere Feier.

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hessenschau vom 08.08. Beiträge
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Wie auch immer es bei den Olympischen Spielen in Tokio laufen wird, eines ist für Gesa Krause klar. "Die Geburtstagsfeier fällt aus", sagt die zweifache Europameisterin und WM-Dritte über 3.000 Meter Hindernis. Im Trainingslager in Davos absolviert sie derzeit ihre letzten Einheiten, am 27. Juli ist Abflug nach Japan. Am 1. August findet der Vorlauf statt, am 3. August wird die Vorzeigeläuferin aus Ehringshausen 29 Jahre alt. Möglicherweise hat sie am Tag darauf im Finale auch einen sportlichen Grund (nach)-zu feiern. "Ja, bei den Olympischen Spielen möchte ich eine Medaille", sagte Krause über ihren Lebenstraum.

Insgesamt acht Monate war sie vor den Sommerspielen in Höhentrainingslagern im Ausland - zweimal in Kenia, einmal in Boulder (USA) und seit Mitte Juni in den Schweizer Alpen. "Hier in Davos kann ich immer wieder meine innere Ruhe für die großen Wettkämpfe finden", sagt die achtmalige deutsche Meisterin und Rekordhalterin (9:03,30 Minuten) und blickt auf die umliegenden Berge. "Ich schlafe in der frischen Bergluft besser, wir haben in Davos unseren Platz gefunden."

Davos als Grundstein

Hier haben Krause und ihr Trainer Wolfgang Heinig all ihre großen Erfolge vorbereitet. "Wir haben in Davos das Stadion für uns allein, eine wunderschöne Laufstrecke um den See", sagt der ehemalige Bundestrainer Heinig. Bei zwei Diamond-League-Rennen in Stockholm und Monaco hat Krause ihre glänzende Form bereits unter Beweis gestellt, "vor allem das Rennen in Stockholm hat mich glücklich gemacht" Mit 9:09,13 Minuten rannte sie die drittschnellste Zeit ihrer Karriere.

In Rio de Janeiro 2016 kam Krause auf Platz sechs, Tokio ist bereits ihre dritte Olympia-Teilnahme. "Es gibt keine Läuferin, vor der man Angst haben muss", sagt Heinig und will auch nicht groß über die zu erwartende Hitze sprechen: "Alle haben die gleichen Bedingungen und Chancen. Im Finale in Tokio ist alles möglich."

"Gesa muss alleine laufen"

Seit 2011 ist Krause bei allen Großereignissen gestartet, nie hatte sie größere Verletzungen. Ein Beleg für die "strukturelle Heranführung an große Belastungen", sagt sie. Über Talent, Technik und Taktikgefühl verfügt sie schon lange, für vieles andere ist Heinig zuständig: "Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich jetzt stehe."

Der 70-Jährige hält sehr viel von der Selbstständigkeit seiner Athletin und schickt sie häufig allein zu den Meetings. Krause reiste schon mit 18 allein nach Australien, sie wurde von ihren Eltern zur Selbstständigkeit erzogen. "Gesa muss alleine laufen, sie ist so eine Persönlichkeit geworden, eine außergewöhnliche Athletin", lobte Heinig.

Nur ein kleiner Blick auf München 2022

Krause ist voll auf Tokio fokussiert, das ist beim Besuch im schweizerischen Luftkurort in jedem Augenblick spürbar. Nur einen kurzen gedanklichen Blick voraus auf die EM 2022 in München lässt sie zu: "Natürlich ist mein Ziel, meinen Titel zu verteidigen, eine Heim-EM ist doch etwas ganz Besonderes." Wenn sie das nächste Mal wieder in Davos ist, dann stehen die Blumen von Hotelbesitzer Erich Schmid wie bei allen vorigen internationalen Erfolgen sicher bereit.