Imago Gesa Krause

Mit der Entscheidung, die Olympischen Spiele wegen der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 zu verschieben, ist Gesa Krauses Ziel in weite Ferne gerückt. Die Hindernisläuferin will das erst einmal verarbeiten und dann neu durchstarten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hindernisläuferin Gesa Krause über die Olympia-Absage

Gesa Krause im Höhentrainingslager
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Nun also der 23. Juli 2021 - das ist das Datum, auf das sich Gesa Krauses Fokus richtet. Dann sollen - so berichten es mehrere Medien übereinstimmend - die Olympischen Spiele starten, fast auf den Tag genau ein Jahr später als ursprünglich geplant. Dass die Spiele wegen der weltweiten Corona-Pandemie verschoben werden müssen, davon hat Hindernisläuferin Krause in Boulder, im US-Bundesstaat Colorado, erfahren.

"Natürlich habe ich mit dieser Entscheidung gerechnet. Aber wenn man das Schwarz auf Weiß liest, dann trifft es einen hart", sagte sie dem hr-sport. "Mein ganzes Training war auf die Wettkämpfe am 2. und 5. August ausgerichtet. Dadurch wird einem der Boden unter den Füßen weggezogen."

Unsicherheit und die Frage: Wie geht es weiter?

Erreicht hat sie die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), als sie gerade Tempoläufe absolvierte. Krause zog das Programm durch, dann aber kam die Unsicherheit. "Man weiß nicht, wofür man trainiert hat. Die Mitteilung war im ersten Moment sehr schmerzhaft. Ich brauche noch Zeit, das vollends zu verarbeiten", sagte sie.

Denn wie es weitergeht in Zeiten dieser Krise, die die gesamte Welt fest im Griff hat? Eine seriöse Prognose lässt sich nicht treffen. Es gehe jetzt auch für sie darum, sich mit der dramatischen Lage auseinanderzusetzen und zu überlegen, wie die Zukunft aussehen könnte: "Allen Menschen sind derzeit die Hände gebunden."

"Einen neuen Masterplan schmieden"

Im Gegensatz zu vielen anderen Jobs kann sie als Sportlerin ihr Training nur sehr bedingt im Homeoffice durchführen: "Die schönsten Momente sind die, an denen ich bei gutem Wetter an der frischen Luft trainiere. Deshalb werde ich auch weiterhin die Laufschuhe schnüren, mein Training absolvieren und mir die Zeit geben, neue Ziele zu definieren." Doch ob Krause erneut so viel Kraft für 2021 aufbringen kann? "Man wächst an den Aufgaben. Ich werde den Sommer ohne Druck und Stress angehen."

Die Europameisterschaft, die vom 26. bis 30. August in Paris stattfinden soll, ist noch nicht abgesagt: "Wir müssen sehen, wie sich die Dinge entwickeln." Krause will dennoch im Herbst ihren Urlaub nehmen und sich von der – vor allem auch mental – strapaziösen Saison erholen. Anschließend gilt es, einen guten Plan auszutüfteln und dafür zu sorgen, dass das Jahr 2021 nach ihren Vorstellungen verläuft: "Man darf jetzt nichts überstürzen. Wir haben viel Zeit und können einen neuen Masterplan schmieden."

Bis April in den USA

Vorerst aber ist der Fokus ein anderer - das Coronavirus hat auch die USA erreicht. "Das ist hier in Amerika genauso präsent wie in Deutschland." Sie befinde sich in Boulder zwar nicht in einem Brennpunkt wie etwa in New York, Los Angeles oder Seattle. Aber die Bevölkerung verhalte sich "sehr vorsichtig", man dürfe sich nur mit einer bestimmten Anzahl an Menschen im Supermarkt aufhalten und Bars oder Restaurants seien geschlossen.

Krause will ihren Aufenthalt in den USA dennoch nicht abbrechen: "Wir haben viele Bewegungsmöglichkeiten. Ich bin alleine hier und trainiere zweimal am Tag." Die 27-Jährige wolle das "Geld nicht verschenken" und plane weiterhin, bis Mitte April in Colorado zu bleiben. Die aktuelle Entwicklung kann aber jederzeit zu einem Umdenken führen: "Ich beobachte die Lage täglich. Falls es schlimmer ist, werde ich reagieren."