Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Ungarn gewonnen und beim dritten WM-Lauf die Gesamtführung übernommen. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim) verbuchte mit Rang sechs sein bestes Saisonergebnis.

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Sebastian Vettel hat das Treppchen beim Großen Preis von Ungarn verpasst.
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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Ungarn am Sonntag gewonnen. Der Mercedes-Pilot aus England verwies bei seinem 86. Grand-Prix-Erfolg den Niederländer Max Verstappen im Red Bull und seinen finnischen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas auf die Plätze. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim) verbuchte mit Rang sechs immerhin sein bestes Saisonergebnis.

Vettel landet auf Rand sechs

"Ob ihr es glaubt oder nicht, ich musste trotzdem Gas geben", sagte Hamilton: "Es ist eines meiner Lieblingsrennen, ich habe fast mein eigenes Rennen fahren können. Aber ohne dieses Team und dieses Auto hätte ich es nicht geschafft. In den letzten beiden Rennen war alles fantastisch, auf den Punkt." Für Vettel, der zwölf Runden vor Ende des Rennens von Hamilton überrundet wurde, sich trotz der Unterlegenheit des Ferrari aber bravourös schlug, war das Podium in unerreichbarer Ferne. Bezeichnend: Rang sechs bedeutet das beste Saisonergebnis des viermaligen Weltmeisters. Die Plätze zwei und drei belegten Max Verstappen (Niederlande) im Red Bull und Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland). 

Verstappen erklärte: "Zweiter zu werden unter diesen Umständen ist wie ein Sieg. Wir haben es geschafft, zwischen die Mercedes zu fahren." Bottas hingegen haderte: "Ich habe es beim Start schon verloren. Es war ein schlechtes Rennen." Vettel hingegen schöpfte nach desolaten Spielberg-Tagen neue Hoffnung. "Es war ein besseres Wochenende als zuletzt, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte Vettel: "Mercedes fährt nicht auf einem eigenen Planeten, sondern in einem ganz anderen Universum." Das Universum bedankte sich gewohnt wortreich bei seiner Crew. "Es erfüllt mich mit Demut, weil ich mit so einer fantastischen Gruppe zusammenarbeiten darf", sagte Hamilton: "Vielen, vielen Dank an jeden Zuhause und hier an der Strecke, mein Auto läuft wie auf Schienen."

Hamilton dominiert

Auf dem nur 4,3 km langen Kurs hatte der sechsmalige Champion lange Zeit mehr als 25 Sekunden Vorsprung, sodass er sich kurz vor Rennende noch bequem einen weiteren Reifenwechsel leisten konnte - um den Rundenrekord zu brechen. 90 Minuten vor dem Start hatte heftiger Regen über dem Hungaroring eingesetzt, die Strecke trocknete nicht rechtzeitig ab, sodass fast alle Fahrer auf Intermediate-Reifen setzten. Bottas und Perez kamen beim Start überhaupt nicht vom Fleck, dafür machten Vettel und sein Teamkollege Charles Leclerc (Monaco) richtig Tempo.

Nach vier Runden hatten sich die Verhältnisse so verändert, dass die Mehrzahl auf Slicks wechselte. Der Verkehr in der Boxengasse kostete vor allem Vettel viel Zeit, er brauchte danach einige Runden, um sich wieder heranzukämpfen, steckte aber nie auf. An der Spitze zog Hamilton mit einer Rundenbestzeit nach der anderen einsam seine Kreise. Dahinter etablierte sich Verstappen, dessen Teilnahme nach einem Crash in der Anfahrt zur Startaufstellung in Frage gestanden hatte. "Es ist die Aufhängung, alles", funkte Verstappen in die Box, rettete sein demoliertes Auto aber an den Start, wo die Mechaniker in einer Hau-Ruck-Aktion den Boliden klar machten. Mit dem reparierten Auto biss sich Verstappen dann entschlossen hinter Hamilton fest, ohne den Weltmeister zu irgendeiner Zeit gefährden zu können.

Vettel-Zukunft bleibt offen

"Wir können uns eigentlich nur selbst gefährlich werden", hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff vor dem Start bei Sky gesagt. Vettel gelang es, vor Leclerc (Elfter) ins Ziel zu kommen. Im nächsten Jahr sind die beiden Ferrari-Fahrer voraussichtlich Konkurrenten in verschiedenen Farben, welche Vettel dann vertreten wird, blieb auch in Ungarn offen. Seinen Flirt mit Racing Point, das 2021 im Aston-Martin-Werksteam aufgehen wird, wollten weder er selbst noch RP-Teamchef Otmar Szafnauer bestätigen. "Es ist gerade aufregend, es ergeben sich immer neue Möglichkeiten", sagte der Hesse im Gespräch mit Sky: "Was es dann am Ende wird, weiß ich wirklich noch nicht, vielleicht bleibe ich in der Formel 1, vielleicht fahre ich in einer anderen Rennserie, vielleicht ziehe ich mich auch eine Weile zurück."