Szene aus einem Spiel der United Volleys

Nach einer Entscheidung von Verband und Liga dürfen die United Volleys Frankfurt in der kommenden Saison nicht in der Champions League antreten – obwohl es die Möglichkeit gegeben hätte. Geschäftsführer Jörg Krick platzt deshalb der Kragen.

Volleyball-Bundesligist United Volleys Frankfurt darf in der nächsten Saison nicht in der Champions League mitspielen. Nach Angaben des Vereins haben die Volleyball-Bundesliga (VBL) und der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) den Tabellenzweiten der abgebrochenen Saison nicht für die Königsklasse gemeldet, obwohl Deutschland dort drei Plätze zur Verfügung gestanden hätten.

Allein DVV-Pokal-Sieger Berlin und Rekordmeister VfB Friedrichshafen sollen im höchsten europäischen Wettbewerb antreten. United-Geschäftsführer Jörg Krick hat die Entscheidung in einer Mitteilung vom Freitag kritisiert und angekündigt, dass die Hessen den alternativen Startplatz im drittklassigen Challenge Cup nicht besetzen werden. Im zweitklassigen CEV-Cup steht Deutschland diesmal kein Platz zur Verfügung.

Krick: "Das kann ich nur als absurd bezeichnen"

"Seit 2016 haben wir jedes Jahr, also vier Mal hintereinander, von unserem internationalen Startrecht Gebrauch gemacht und Punkte für Deutschland gesammelt", sagte Krick. "Dass ausgerechnet wir nun die Leidtragenden sein und für den drittklassigen Challenge Cup melden und zahlen sollen, kann ich nur als absurd bezeichnen. Wenn andere Nationen demnächst an uns vorbeiziehen, können sie sich kaputtlachen. Das bekommt man wahrscheinlich nur hier bei uns hin, dass man freiwillig so eine Möglichkeit verschenkt."

Der Club kündigte an, sich nun "ungewollt" auf die Bundesliga und den DVV-Pokal-Wettbewerb konzentrieren zu müssen. "Gerade in der aktuellen Situation, in der quasi jeder deutsche Profiverein ums Überleben kämpft, ist gar nicht zu ermessen, was uns mit der Champions League als Argument gegenüber Sponsoren und anderen genommen wurde", so Krick. "Besonders zu bedauern sind die Spieler, darunter zahlreiche deutsche Nationalspieler und Talente, die um ihren Auftritt auf europäischer Bühne und damit um Karrierechancen gebracht werden."