Eine Szene aus einem Spiel der Marburg Mercenaries

Die Marburg Mercenaries und fünf weitere Bundesligisten wollen im September wieder Football spielen. Ob das klappen kann – und wenn ja wie – ist aber noch unklar.

Football-Fans werden am Freitag ihren Blick gen Frankfurt richten. In der Otto-Fleck-Schneise, beim Landessportbund Hessen, treffen sich dann die Vereinsvertreter von sechs Football-Bundesligisten sowie acht Zweitligisten und beraten darüber, ob es in diesem Jahr eine Saison geben wird – und wie eine solche Saison aussehen könnte.

Von einer Absage über ein Turnier bis hin zu einer verkürzten Nord- und Südstaffel inklusive Playoffs: "Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß", sagt Carsten Dalkowski, Präsident der Marburg Mercenaries, im Gespräch mit dem hr-sport. Am späten Nachmittag soll möglichst weißer Rauch über der Otto-Fleck-Schneise aufsteigen.

Marburg Mercenaries wollen an GFL-Saison teilnehmen

Die Mercenaries sind einer der sechs verbliebenen aktiven Erstligisten. Normalerweise konkurrieren 16 Teams in der German Football League (GFL) um den Titel. Wegen der Corona-Pandemie – und zum Teil auch wegen Differenzen mit dem Verband – setzen zehn Teams dieses Jahr aber aus. Mehr dürfen es eigentlich nicht mehr werden.

"Sechs Vereine sind das Minimum", sagt Dalkowski. Bei noch weniger Clubs müsse man sich überlegen, ob ein Spielbetrieb überhaupt noch Sinn macht. In Zeiten einer Pandemie kann allerdings niemand garantieren, dass alle sechs Vereine bis zum angedachten Saisonstart im September durchhalten. Wenn nur ein Bundesland seine Corona-Maßnahmen wieder verschärft und damit den Spielbetrieb verhindert, könnte die Saison schneller wieder gelaufen sein, als der Liga lieb ist.

Öffentlicher Streit zwischen Football-Verband und Teams

Rund drei Monate lang haben die Footballer um die Saison gerungen. Einige Vereine, darunter auch Frankfurt Universe, haben dem Verband vorgeworfen, gegen die Clubs zu agieren. Es kam zum öffentlichen Streit, der umso unnötiger erscheint, sollte im September kein Football gespielt werden. "Am Ende ist man immer schlauer, aber wir sollten es versuchen, solange es geht", so Dalkowski, der auch Liga-Sprecher ist.

Für den gebürtigen Marburger geht es bei der anstehenden Spielzeit nicht allein um diese. Er sorgt sich auch um die Existenz der Football-Bundesliga in Deutschland. "Die Frage ist ja auch: Was ist nächstes Jahr? Wir laufen in sechs Monaten vielleicht wieder in das gleiche Problem wie jetzt." Von daher sei es gut, die Saison 2020 als eine Art Versuchsballon zu betrachten und Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Vorausgesetzt es gibt eine Saison 2020.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurt Universe meldet sich für Football-Saison 2020 ab

Wide Receiver Anthony Mahoungou von Frankfurt Universe schaut ins Leere
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