Quadri Aruna, prominenter Neuzugang des TTC Fulda-Maberzell

Bei den hessischen Tischtennis-Bundesligisten läuft es noch nicht rund, besonders Aufsteiger Bad Homburg hat Probleme. Fulda-Maberzell hofft dagegen, mit dem Sieg gegen Meister Saarbrücken in die Erfolgsspur zurückgekehrt zu sein.

Vier Spiele, vier Niederlagen: Für Aufsteiger TTC OE Bad Homburg gab es in der Tischtennis-Bundesliga bislang nichts zu holen, zuletzt stand ein klares 0:3 in Mühlhausen. Die Sehnsucht nach einem Erfolgserlebnis ist groß.

"Nicht brutal abgeschlachtet"

"Für mich war die wichtige Erkenntnis, dass wir nicht in jedem Spiel brutal abgeschlachtet werden, sondern dass wir sehen, dass die Jungs mithalten können", sagt Sven Rehde, Sportlicher Leiter des TTC OE, im Gespräch mit dem hr-sport. "Wenn man sich die letzten Spiele anschaut, sind unsere Spieler relativ dicht dran, aber in gewissen Situationen noch nicht clever genug. Das müssen sie jetzt in der Vorrunde lernen."

Besonders nah dran am ersten Punktgewinn war das Team im Heimspiel gegen Bremen am zweiten Spieltag - damals noch vor Zuschauern in der heimischen Halle. Die sind wegen der Corona-Auflagen nun auch erst einmal Geschichte, Bad Homburg muss inzwischen vor Geisterkulisse ran. Laut Rehde sollten die Zuschauereinnahmen 15 bis 20 Prozent des ohnehin geringen Etats ausmachen.

Finanzieller Puffer ist noch da

Für Bad Homburg, das sich unter anderem per Crowdfunding überhaupt erst die Bundesliga-Lizenz sichern konnte, ist das eine zusätzliche finanzielle Herausforderung. Topspieler Gustavo Tsuboi, gerade zum ITTF-Turnier nach China abgereist, ist aus finanziellen Gründen gar nicht für jedes Bundesliga-Spiel eingeplant.

Noch ist die Lage allerdings nicht bedrohlich. "Wir haben schon das ein oder andere Konzept mit Bürgschaften als Puffer. Es sind zum Glück während der Saison noch Firmen auf uns zugekommen, die uns unterstützen", so Rehde.

Fulda-Maberzell mit Überraschungssieg gegen den Meister

Der zweite hessische Bundesliga-Vertreter Fulda-Maberzell hat bis vor kurzem vor allem mit der sportlichen Situation gehadert. Am vergangenen Sonntag gab es dann einen erlösenden 3:2-Sieg gegen Meister Saarbrücken. Selbst der 0:2-Rückstand in diesem Spiel sei einkalkuliert gewesen, erklärt Trainer Qing Yu Meng. "Es hat genau geklappt, wie ich es geplant hatte, die Punkte zu holen." Natürlich sei der Coup gegen Saarbrücken aber dennoch ein "Überraschungssieg".

Den Fulda-Maberzell tatsächlich gut gebrauchen kann, denn aus den ersten vier Spielen stand zuvor nur ein Sieg zu Buche. Topspieler Quadri Aruna hatte Anpassungsprobleme, wie sein Trainer berichtet: "Er hatte Respekt davor, war ein bisschen nervös, das ist normal in einer neuen Liga." Ruwen Filus musste in der Corona-Pause im Training kürzer treten. "Er wird von Woche zu Woche besser. Sein Sieg im Spiel gegen Saarbrücken war gut für das Selbstvertrauen." Filus selbst sprach nach dem Spiel von einem "kleinen Befreiungsschlag".

Hessen-Duell Ende November

Wie Tsuboi von Bad Homburg muss aber auch Aruna erst einmal nach China, um am umstrittenen ITTF-Turnier teilzunehmen. Meng sieht darin einen "kleinen Nachteil" für das Training der Osthessen. Allerdings steht nun ohnehin eine kleine Pause an: Das nächste geplante Spiel für Fulda-Maberzell ist, wenn die Pandemie nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, das Hessen-Duell gegen Bad Homburg Ende November.