Max Hopp

Jahrelang war Max Hopp das Aushängeschild des deutschen Dartssport, doch 2020 kommt er nicht in Fahrt. Bei der WM in London hofft der Idsteiner deshalb auf einen positiven Jahresabschluss. 

Der "Maximiser" backt nur noch kleine Brötchen - nach einer Saison zum Vergessen ist Max Hopp zurückhaltend geworden. Viele Jahre war er der beste deutsche Darts-Profi, weckte als Ausnahmetalent große Hoffnungen, doch 2020 verlief überhaupt nicht nach Wunsch. Statt großen Zielen hat der 24-Jährige bei der WM im Londoner Ally Pally deshalb nur einen versöhnlichen Jahresausklang im Sinn. 

"Ich gehe recht befreit in die WM", erzählte Hopp im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Das Jahr lief aus unterschiedlichen Gründen nicht so, wie es hätte laufen sollen. Und jetzt kommt die WM als schöner Abschluss." Jedoch betonte er vor seiner bereits achten WM-Teilnahme: "Ich habe keine andere Erwartungshaltung an mich, als Runde eins zu gewinnen."

Keine Fans im Ally Pally

Nach dem negativen Corona-Test vom Montagnachmittag steht diesem Vorhaben nichts mehr im Wege. In seinem Auftaktmatch am Mittwoch (19 Uhr), das wegen steigender Infektionen in London nun doch ohne Fans stattfinden muss, ist der Idsteiner klarer Favorit gegen den relativ unbekannten Australier Gordon Mathers. "Aber", sagte Hopp, "wir haben in diesem Jahr so viele Überraschungen gesehen, da werde ich niemanden unterschätzen."

Hopp tut gut daran, denn auch er hat in einer durchwachsenen Saison niemanden das Fürchten gelehrt. Im Frühjahr bremste ihn eine Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber aus, es folgte die Unterbrechung der Tour aufgrund der Corona-Pandemie - und nach dem Restart kam Hopp einfach nicht in Fahrt. In der Weltrangliste rutschte er auf Platz 39 ab und wurde von Gabriel Clemens als deutsche Nummer eins abgelöst.

"Es ist ein bisschen traurig, das zu sagen, aber 'Gaga' macht sich momentan etwas besser als Max", sagte der dreimalige Weltmeister Michael van Gerwen bei Sport1 - für Hopp ist der nationale Konkurrenzkampf aber gar kein großes Thema. "Ich will mich nicht so sehr hierzulande messen, sondern mich weltweit vergleichen", betonte er. Deshalb holt er sich auch gerade in schwierigen Phasen immer wieder Tipps von erfahreneren Kollegen, etwa vom zweimaligen Weltmeister Gary Anderson aus Schottland. "Er sagt mir immer: Du musst bei den großen Events voll da sein und wissen, wann du zur Stelle sein musst", erzählte Hopp: "Das ist ganz wichtig."

Besiegt Hopp den "WM-Fluch"?

Bei der WM konnte Hopp den hohen Erwartungen bislang aber noch nicht gerecht werden, er kam noch nie über die dritte Runde hinaus. "Es ist Fakt, dass bei den vergangenen Weltmeisterschaften immer mehr drin war", sagte er, mit seiner Entwicklung ist er dennoch zufrieden: "Ich mache mir keinen Druck, unsere Sportart kannst du auch mit Mitte 40 noch betreiben." 

Als Beispiel dafür zieht Hopp den Titelverteidiger heran. "Peter Wright ist erst bei der vergangenen WM mit 49 zum ersten Mal Weltmeister geworden", sagte er: "Es kann auch lange dauern, bis der große Wurf dabei ist." Irgendwann, davon ist Hopp überzeugt, wird dieser große Wurf aber kommen.