Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Karolin Horchler über ihr Ziel für die Biathlon-WM

Die Biathletin Karolin Horchler

Karolin Horchler startet erstmals bei einer Biathlon-WM und darf zumindest im Team auf eine Medaille hoffen. Dass die Nordhessin Teil des Kaders ist, verdankt sie allerdings nur der Schwäche der anderen.

Für Karolin Horchler erfüllt sich ab Donnerstag ein Kindheitstraum. Die im hessischen Norden geborene Biathletin vertritt bei den im italienischen Norden stattfindenden Weltmeisterschaften erstmals in ihrer Karriere die Farben des Deutschen Ski-Verbands. "Letztes Jahr war ich bei der WM nur Ersatzfrau, darum freue ich mich, dass ich dieses Jahr zum Einsatz komme", sagte die gebürtige Bad Arolserin kurz vor Beginn der Wettkämpfe in Antholz. Hier finden Sie den genauen Zeitplan der WM.

Vom IBU-Cup zur WM

Die Nominierung der 30-Jährigen, deren beste Weltcup-Einzelplatzierung ein fünfter Platz in Tjumen aus dem März 2018 ist, deutete sich in den vergangenen Wochen nicht unbedingt an. Nach anhaltender Schwächephase mit dem Tiefpunkt 38. Platz in Hochfilzen folgte die Degradierung in den zweitklassigen IBU-Cup. Horchler musste ganz unten anfangen, um wieder ganz oben dabei sein zu dürfen.

Gemeinsam mit Denise Herrmann, Janina Hettich, Vanessa Hinz und Franziska Preuß bildet Horchler nun das weibliche DSV-Quintett, das der französischen und norwegischen Übermacht Paroli bieten soll. Dabei immer im Hinterkopf: ein Platz auf dem Treppchen. "Wenn wir als Mannschaft gemeinsam um Medaillen mitkämpfen können, wäre es ein Traum", so Horchler. "Das ist natürlich unser Ziel."

Horchler verpasst die WM-Norm

Für Horchler, die im Einzelwettbewerb die Top-15 als oberstes Ziel ausgerufen hat, ist die Staffel die einzige Medaillen-Chance und WM-Sprungbrett. Denn obwohl die 30-Jährige die vom Verband vorgegebene WM-Norm klar verpasste, wurde sie mangels Alternativen trotzdem nominiert.

"Wir haben es letztlich an den Leistungsnormativen festgemacht und die mitgenommen, die am nächsten dran waren", erklärte Bundestrainer Mark Kirchner, der auch bei Hettich und Erik Lesser beide Norm-Augen zudrückte. Irgendwie mussten die fünf Startplätze für den Sprint der Damen und später die Staffel-Teams ja besetzt werden.

Antholz ist ein Reise wert

Und so kommt Horchler in den Genuss einer WM-Teilnahme im Südtiroler Winterwunderland von Antholz. Die 2.900-Einwohner-Gemeinde, die zum insgesamt sechsten Mal den Biathlon-WM-Zirkus beheimatet, zählt zu den malerischsten Strecken überhaupt. "Das ist ein genialer Ort mit einer ganz anderen Atmosphäre. Im kleinen, familiären Stadion bei meistens schönem Wetter werden es bestimmt tolle Weltmeisterschaften", so Horchler. Wen interessiert da schon die WM-Norm.