Sebastian Kienle

Einige Top-Stars sind beim Ironman Frankfurt 2021 nicht dabei - auch Sebastian Kienle. Der ehemalige Sieger des Rennens glaubt dennoch an einen spannenden Triathlon und freut sich auf eine neue Rolle.

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Szene vom Waldsee
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An seine Rolle am Sonntag muss sich Sebastian Kienle noch gewöhnen. Wenn am Langener Waldsee beim Ironman Frankfurt 2021 am frühen Morgen die Triathleten ins Wasser springen, ist der dreifache Sieger des Rennens nicht dabei - aber als TV-Experte nur wenige Meter entfernt. "Natürlich habe ich ein bisschen Wehmut. Ich verbinde mit dem Rennen viele schöne Erinnerungen", betont er nun, freut sich aber auch: "Das wird bestimmt ein interessanter Triathlon in Frankfurt."

Seine Zutaten dazu: eine Prise Ungewissheit, eine Menge neue Gesichter im Rampenlicht und Top-Athleten, die sonst manchmal in der zweiten Reihe stehen. "Es wird ein spannendes und überraschendes Rennen", ist sich der Ex-Hawaii-Sieger sicher. "Taktisch gibt es einige Möglichkeiten."

Kienle hat Löschke und Clavel auf dem Zettel

Auch deswegen, da er selbst, der Bad Wildunger Patrick Lange und der Sieger aus dem Jahr 2019, Jan Frodeno, nicht antreten werden. Auf dem Zettel hat Kienle aus deutscher Sicht nun Franz Löschke, der aus seiner Sicht "einen fitten Eindruck" macht, und Maurice Clavel. "Für ihn wäre es an der Zeit, etwas zu zeigen", so Kienle.

Ein Grund, warum der Familienvater selbst nicht teilnimmt: Er hat für die WM im Herbst auf Hawaii bereits jetzt eine Wildcard und muss sich nicht mehr qualifizieren. Genau wie die anderen beiden, Tim O'Donnell und eben Frodeno, die mit ihm 2019 auf dem Podium standen.

Kienle: "Bühne in Frankfurt ist frei"

Eine Corona-Sonderregel macht's möglich. Lange hat die Qualifikation durch ein Rennen in Tulsa (USA) sportlich schon in der Tasche, verzichtet daher ebenfalls auf den Ironman in Frankfurt.

Kienle plagten zudem mehrere kleinere Verletzungen. "Ich habe schweren Herzens beschlossen, im Sommer keine Langdistanz zu machen", erklärt er und blickt bereits voraus. "Wir sehen uns alle erst im Oktober auf Hawaii und jetzt ist die Bühne in Frankfurt frei."

Für viele Athleten eine neue Rolle

Auch für Patrik Nilsson. Der Schwede ist Kienles Favorit. Aber: "Er hat sechs der sieben letzten Rennen nicht beendet." Der interessanteste Starter ist für ihn der Norweger Casper Stornes, der bei Olympia in Tokio Elfter wurde. "Er ist der Athlet, auf den man achten muss. Ich traue ihm alles zu: von Streckenrekord und Sieg bis zu viel Lehrgeld", so Kienle.

Was aber nicht unterschätzt werden dürfe, betont der WM-Dritte, ist die neue Rolle, in der sich so manch ein Starter in Frankfurt nun wiederfindet. "Als Underdog hat man oft nicht den Druck, die Hackordnung ist da klar", beschreibt es der 37-Jährige. "Viele von den Jungs, die an der Startlinie stehen, empfinden dann das erste Mal eine Drucksituation."

"Verdammt große Chance"

Kienle bringt es auf den Punkt: "Das ist eine verdammt große Chance, aber auch ein ziemlicher Druck. Die Bühne, die Frankfurt bietet, gibt es in unserem Sport nicht jeden Tag." Er ist sich sicher: "Da wird der eine oder andere mit einem anderen Gefühl am Start stehen."

Am Sonntag ab 6.15 Uhr im hr-fernsehen können dann alle sehen, wer dieser neuen, etwas ungewohnten Situation am ehesten gewachsen ist. Auch Kienle wird das verfolgen - nur eben in einer etwas anderen Rolle.

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