Patrick Lange umarmt seine Verlobte

Patrick Lange greift an. Hessens Triathlon-Star will endlich seinen ersten Sieg beim Ironman Frankfurt feiern – damit im Anschluss der Kopf frei ist für die Liebe seines Lebens.

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Lange im Interview
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"Ich möchte auf jeden Fall einen größeren Fight liefern als letztes Jahr. Ich weiß, dass ich fitter bin. Ich weiß, dass ich im Kopf um einiges weiter bin. Ich möchte am Main richtig einen in den Asphalt brennen und zeigen, zu was ich wirklich in der Lage bin."

Da ist sie – Patrick Langes Kampfansage an seine beiden größten Konkurrenten Jan Frodeno und Sebastian Kienle. Am 30. Juni treffen Deutschlands Triathlon-Giganten und Langdistanz-Spezialisten bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt aufeinander. 3,8 Kilometer Schwimmen, 185 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen. Kienle gewann das Rennen drei Mal, Frodeno zwei Mal. Und Lange?

Neue Wege führen nach Frankfurt

Der gebürtige Nordhesse (Bad Wildungen) und jahrelange Südhesse (Darmstadt) ist zwar der Lokalmatador, wartet aber noch immer auf seinen ersten Sieg. Das soll sich – nach Rang sechs 2017 und Rang drei 2018 – in diesem Jahr ändern. Schließlich ist Lange zurzeit DAS Aushängeschild der deutschen Ironman-Branche, hat er doch die prestigeträchtige Weltmeisterschaft auf Hawaii zuletzt zwei Mal in Folge gewonnen und im vergangenen Herbst sogar mit 7:52:39 Stunden einen umjubelten Streckenrekord aufgestellt.

Damit es nun auch endlich mit einem Triumph in Frankfurt klappt, probiert der 32-Jährige seit einigen Monaten neue Wege aus. Statt im Kraichgau ging Lange in diesem Frühling beim Ironman 70.3 in Vietnam an den Start und stellte auch dort prompt einen neuen Streckenrekord auf (3:49:09). "Ich habe einen anderen Input für meinen Kopf gebraucht. Es ist immer wichtig, sich weiterzuentwickeln", begründet er im Gespräch mit dem hr-sport seine Entscheidung für das Rennen in Südostasien.

Training in Spanien, Thailand und Österreich

Hinzu kommen neue Trainingsorte wie Gran Canaria, Phuket (Thailand) – und seine wohl größte Veränderung in der jüngeren Vergangenheit: Rund um den Jahreswechsel packte Lange seine Siebensachen in Darmstadt zusammen und zog in die Heimat seiner zukünftigen Frau Julia nach Österreich. "'Daheim' wird immer Hessen bleiben. Ich bin immer froh, wenn ich ein bisschen Hessisch babbeln kann", versichert der Ausnahmeathlet. Gleichzeitig weiß er aber auch um die Vorzüge seiner neuen Umgebung.

Schwimmen, Rad fahren, laufen – in der Alpenrepublik sind die Trainingsbedingungen noch einmal etwas besser als in Südhessen. Einerseits in einem Olympia-Stützpunkt nahe Salzburg, wo Lange regelmäßig ins Schwimmbecken springt. Andererseits in der Natur Österreichs, von der er sich noch bessere Effekte erhofft.

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Lange im Interview
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"Die Berge hier sind einfach drei, vier, fünf Mal so lang wie die Berge im Odenwald", sagt Lange mit Blick auf die Einheiten auf dem Drahtesel. "Und auch das Laufen ist sehr facettenreich. Beim Ironman Frankfurt konnte ich meine Geschwindigkeit nicht auf eine flache Strecke übertragen. Hier kann ich kilometerweit ohne einen Höhenmeter an der Salzach entlang laufen, im Odenwald ging es permanent rauf und runter."

So viel also zum Sportlichen. Neben der Liebe zum Körperquälen steht bei Lange in diesem Sommer aber auch die Liebe zu seiner Verlobten Julia ganz hoch im Kurs. Der Heiratsantrag, den er ihr unmittelbar nach seinem Hawaii-Triumph im Oktober im Zielbereich gemacht hat, ging um die Welt.

Standesamtliche Trauung im August

"Ich bekomme so viel positives Feedback: Endlich hat der eiserne Ironman Gefühle gezeigt. Hat gezeigt, dass er nicht nur die Trainings- und Wettkampfmaschine ist, die aus Eisen oder kalt ist" sagt Lange – und verrät: "Im August werden wir im kleinen Kreis die standesamtliche Trauung machen, da freuen wir uns extrem drauf. 2020 gibt's dann die große Fete." Vielleicht hat es bis dahin ja auch mit einem Sieg beim Ironman Frankfurt geklappt.