Der Ironman Hawaii, der Höhepunkt des Triathlon-Jahres, soll trotz Corona im Oktober stattfinden. Aber wie? Ex-Champion Patrick Lange aus Nordhessen spricht jetzt über ein mögliches Modell, in dem nur Profis an den Start gehen könnten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Patrick Lange: "Vielleicht auch mal ohne Agegrouper"

Lange jubelt auf Hawaii
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Kein Schwimmen, kein Radfahren, kein Laufen: Die Coronavirus-Pandemie stoppt auch den Triathlon-Sport auf der ganzen Welt. Mehrere große Rennen wurden bereits abgesagt oder verschoben, darunter auch die Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt. Am wichtigsten Wettkampf der Saison wollen Veranstalter und Sportler aber nach wie vor festhalten: den Weltmeisterschaften am 10. Oktober auf Hawaii. Dafür hat Ironman am vergangenen Donnerstag extra den Qualifikationszeitraum bis Ende August verlängert.

Bis zum Höhepunkt des Triathlon-Jahres dauert es zwar noch rund sechs Monate, doch wegen der Corona-Krise stellt sich bereits jetzt die Frage: Wie könnte das WM-Rennen aussehen? Auch der zweimalige Hawaii-Champion Patrick Lange aus Bad Wildungen (Nordhessen), der sich 2017 sowie 2018 zum König von Kona krönte, macht sich darüber seine Gedanken.

Patrick Lange: "Vielleicht auch mal ohne Agegrouper""

"Die ganzen Detailfragen kann ich natürlich auch nicht beantworten, ob so ein Rennen vielleicht auch mal ohne Agegrouper stattfinden muss und man es als Profi-Only-Rennen macht", sagte der 33-Jährige jetzt in einem Sportschau-Interview. Dies könne der Tatsache geschuldet sein, dass 60, 70 Profis "natürlich deutlich weniger Infektionsrisiko mit sich bringen, als wenn man 2.500 Leute an den Start stellt", sagte Lange.

"Das liegt, glaube ich, in der Natur der Sache. Von daher, glaube ich, wird es auf so eine Lösung hinauslaufen. Der ganze Sport hofft – egal, wie es dann am Ende geartet ist – dass dieses Rennen stattfinden wird." Der Gedanke an die WM motiviere Lange vor allem in den aktuellen Corona-Zeiten "ungemein".

Ironman Hawaii: Agegrouper größte Gruppe im Starterfeld

Für viele Triathleten ist der Ironman Hawaii das Maß aller Dinge. Das Profi-Rennen der Männer wird durch die Triumphe von Sebastian Kienle, Jan Frodeno und eben Lange seit Jahren von deutschen Athleten dominiert. 2019 wurde mit Anne Haug erstmals eine Deutsche Weltmeisterin. Den größten Anteil im Starterfeld machen allerdings die Nicht-Profis aus – die sogenannten Agegrouper.

Sie können sich in verschiedenen Ironman-Langdistanz-Rennen (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen) für den legendären Wettkampf auf der Pazifikinsel qualifizieren. In diesem Jahr haben sie dafür nach aktuellem Stand bis zum 30. August Zeit.

Auch Lange und Co. brauchen vor Hawaii eine Langdistanz

Statt beispielsweise in Frankfurt sollen die Hawaii-Tickets 2020 unter anderem im kanadischen Penticton oder beim Ironman Kasachstan vergeben werden. Wettkämpfe, die sich Lange, Frodeno und Kienle möglicherweise ebenfalls genauer anschauen werden: Auch sie müssen spätestens im Sommer eine Ironman-Langdistanz finishen, um ihre Qualifikation für Hawaii zu bestätigen.

Sendung: Sportschau, Das Erste, 11.4.2020, 18 Uhr