Zuschauer bei einem League-of-Legends-Turnier
Zehntausende Fans verfolgen große eSport-Turniere. Bild © picture-alliance/dpa

Sie füllen Stadien mit Fans, brauchen extrem schnelle Reaktionen und trainieren viele Stunden pro Tag – aber sind Gamer deshalb Sportler? Der Deutsche Olympische Sport-Bund prüft genau das nun per Arbeitsgruppe.

Der Deutsche Olympische Sport-Bund prüft, ob eSport die Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Dachorganisation erfüllen kann. Eine Arbeitsgemeinschaft hat bereits die Beratungen aufgenommen, ob das Spielen von Video- und Computergames nach festgelegten Regeln als Sport im traditionellen Sinne angesehen werden könnte.

"Wir haben eine ergebnisoffene Diskussion, weil wir überzeugt sind, dass es für beide Organisationsformen, weitreichende Konsequenzen hätte: Verändert oder stärkt es das, was uns im Kern ausmacht?", sagte Veronika Rücker, die Vorstandschefin des DOSB. "Wir werden eine Empfehlung im Umgang mit eSport definitiv im Herbst geben", kündigte Rücker an.

Auch in Hessen kümmern sich schon Vereine um eSport

Mit am Tisch der AG Sport sitzt auch der eSport-Bund Deutschland (ESBD), der sich vor einem halben Jahr gegründet hat. "Wir können aber erst über das Thema Sportart mit dem DOSB reden, wenn die Grundvoraussetzung dafür geschaffen ist: Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit", erklärte eSport-Bund-Präsident Hans Jagnow dazu. Die neue Bundesregierung hat eSport in den Koalitionsvertrag aufgenommen und angekündigt, ihn "vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht" anerkennen zu wollen. Der Landessportbund Hessen hatte dies zuletzt kritisiert.

Auch in Hessen gibt es immer mehr Vereine, die versuchen, die vielen Gamer zu organisieren. Während Profi-Clubs wie die Skyliners Frankfurt oder der SV Wehen Wiesbaden einzelne, professionelle Spieler angestellt haben, geht die TGS Niederrodenbach (Main-Kinzig) einen anderen Weg. Der kleine Verein hat eine eigene eSport-Abteilung gegründet und will damit wieder mehr junge Menschen für sich gewinnen.