Jubel bei den Kassel Huskies

Neun Siege am Stück: In der DEL2 sind die Kassel Huskies derzeit das Maß der Eishockey-Dinge. Corona bremst die Nordhessen nun aber genauso aus wie die Löwen Frankfurt und den EC Bad Nauheim.

4:2, 5:1, 3:0, 3:1 – die jüngsten Erfolge von Eishockey-Zweitligist Kassel Huskies lassen aufhorchen. Vorläufiger Höhepunkt der nordhessischen Siegesserie, die mittlerweile neun Spiele umfasst, ist das 5:0 vom Dienstagabend gegen den ESV Kaufbeuren.

Die Folge: Der ECK dominiert die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) auch tabellarisch, seit dem 15. Spieltag Mitte November thronen die Schlittenhunde durchgängig auf dem Spitzenplatz der Liga. Ihr Vorsprung auf Verfolger Freiburg beträgt schon jetzt neun Punkte.

"Things are going very well for us"

"Things are going very well for us", sagte Kassels Trainer Tim Kehler kurz nach den Weihnachtsfeiertagen, "für uns läuft es sehr gut". Sein Team hatte gerade mit 8:0 beim EC Bad Nauheim gewonnen, es war der zweite spektakuläre Derbysieg binnen zehn Tagen: Erst Mitte Dezember fuhren die Huskies beim 7:0 gegen die Löwen Frankfurt ihren höchsten Heimsieg bei einem Nachbarschaftsduell gegen den Dauerrivalen ein.

Für die Nordhessen läuft es auch deshalb so gut, weil sie pünktlich zur ersten Aufstiegs-Saison seit mehr als zehn Jahren in Topform in die Runde gestartet sind. Kaum ist die Chance auf eine sportliche Rückkehr in die DEL gegeben, präsentiert sich das Team in guter Verfassung. Und dafür gibt es Gründe.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Huskies schlagen Kaufbeuren deutlich

Clarke Breitkreuz von den Kassel Huskies
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Mit Jerry Kuhn (Fangquote: 94 Prozent/elf Spiele) und Leon Hungerecker (93,3/sieben) hat der ECK eines der ausgeglichensten Torhüter-Duos in seinen Reihen, für den 22 Jahre jungen Hungerecker war das 5:0 gegen Kaufbeuren bereits der dritte Shutout – also das dritte Zu-Null-Spiel – in dieser Saison.

Diese Ausgeglichenheit setzt sich in Abwehr und Angriff fort. Kassel hat in 18 Spielen erst 32 Gegentore kassiert, die wenigsten aller DEL2-Teams. Im Sturm gehört Corey Trivino mit 27 Punkten (fünf Tore, 22 Assists) zu den Top-drei-Scorern der Liga. Und auch der jüngste Neuzugang Phil Cornet hat in seinen ersten fünf Einsätzen schon fünf Mal getroffen.

Corona wirbelt DEL2-Spielplan durcheinander

Hinzu kommt: Die Huskies sind bislang von den Auswirkungen der Corona-Pandemie längst nicht so stark betroffen wie anderen Clubs. Schlusslicht Heilbronn beispielweise hat erst elf Spiele auf dem Konto, bei den Tölzer Löwen sind es 14. Dadurch wird die sportliche Aussagekraft der Tabelle durchaus verzerrt.

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Update: Verdachtsfall bei den Huskies

Nun gibt es auch im Team der Kassel Huskies wieder einen Covid-19-Verdachtsfall. Wie der Club am Donnerstag mitteilte, müssen die beiden kommenden Partien in Landshut (Freitag) sowie gegen Bayreuth (Sonntag) gemäß der DEL2-Richtlinien abgesagt und verlegt werden. Nachholtermine gibt es noch nicht. Die Mannschaft hat sich in häusliche Quarantäne begeben.

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Mit Blick auf die anderen hessischen DEL2-Clubs sind es aber eben jene coronabedingte Spielabsagen und -verlegungen, die den Saisonverlauf immer wieder ins Stocken geraten lassen. Die Löwen Frankfurt hatten gerade erst eine zum Jahresende selbst auferlegte Quarantäne beendet, da gab es Anfang dieser Woche schon wieder einen neuen Fall.

Neue Zwangspause für Löwen Frankfurt

Statt das mit großer Vorfreude erwartete erste Spiel des neuen Jahres zu bestreiten, musste die Partie in Bayreuth am Dienstag kurzfristig abgesagt werden. Seit Mittwochnachmittag ist klar: Auch die Duelle am Freitag in Crimmitschau (8. Januar) sowie gegen Bietigheim (12. Januar) werden ebenfalls ausfallen müssen.

Durch die positiven Tests bei Coach Marko Raita sowie den Profis Martin Buchwieser und Christian Obu hatte der ESC schon vorher vier Spieltage verpasst und stand seit dem 3:1 am zweiten Weihnachtsfeiertag in Heilbronn nicht mehr auf dem Eis.

Das bringt nicht nur den Rhythmus durcheinander, sondern den Club auch in Terminnot. Auf der Suche nach freien Tagen für die Nachholspiele sind Liga und Teams längst im März angekommen, die 52 Spieltage der Hauptrunde sollen aber bis Mitte April absolviert sein. Dann starten die Play-offs, in der die Löwen als Aufstiegskandidat Nummer eins natürlich ordentlich mitmischen wollen.

Rote Teufel in Quarantäne

Auch beim EC Bad Nauheim mussten die Walzen des Spielbetriebs gestoppt werden. In den Reihen der Roten Teufel hatte es Anfang der Woche einen Covid-19-Verdachtsfall gegeben, das Match bei den Heilbronner Falken wurde daher auf den 30. März verschoben. Und es ist nicht das einzige.

Am Mittwochnachmittag informierte der Club über eine behördlich angeordnete Quarantäne, die bis einschließlich 17. Januar dauern wird und auch einen Ausfall des Derbys gegen Bad Nauheim zur Folge hat. Das nächste Spiel wird also frühestens in rund zwei Wochen stattfinden.

Mike Card ist schon wieder weg

Mike Card wird dann nicht mehr zur Mannschaft gehören, die Wetterauer haben sich am Dienstag von ihrem Aushilfsverteidiger verabschiedet. Card war für rund vier Wochen verpflichtet worden, um die Phase, in der die Bad Nauheimer Simon Gnyp, Julian Chrobot und Maximilian Glötzl zur U20-WM in Kanada berufen worden waren, personell zu überbrücken.