Erwartbare und doch traurige Nachricht für Radsport-Fans: Der Klassiker Eschborn-Frankfurt fällt in diesem Jahr ersatzlos aus. Der Grund hat allerdings nichts mit dem prall gefüllten Corona-Kalender des Weltverbandes zu tun.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kein Ersatztermin für Radklassiker Eschborn-Frankfurt

Szene vom Radrennen Eschborn-Frankfurt 2018
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Nun ist es Gewissheit: Das traditionsreiche Radrennen Eschborn-Frankfurt – ehemals bekannt als Rund um den Henninger Turm – fällt im Jahr 2020 komplett aus. Die Gesellschaft zur Förderung des Radsports, die den Klassiker veranstaltet, hat das Rennen am Montag endgültig abgesagt.

Eigentlich hätte Eschborn-Frankfurt traditionell am 1. Mai stattfinden sollen. Wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Krise war die Schleife durch Mainmetropole und Taunus, die Jahr für Jahr den Abschluss der Frühjahrsklassiker markiert, Mitte März zunächst verschoben worden. Mittlerweile ist klar: Ein Nachholtermin im September oder im Oktober wird sich wegen Corona nicht realisieren lassen.

Keine Planbarkeit in der Krise

"Unsere Hoffnung war, Ende Mai mit klarem Blick auf den Herbst zu schauen. Aber auch die jetzige Lage erlaubt keine Planbarkeit für eine Großveranstaltung im Format von Eschborn-Frankfurt nach dem 31. August", sagte Claude Rach, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung des Radsports.

Zu umfangreich und komplex ist die Veranstaltung, bei der neben den Profis auch Amateure, Nachwuchs-Teams oder Inlineskater insgesamt mehr als 15 unterschiedliche Rennen austragen. Hinzu kommt, dass Großveranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern in Hessen bis mindestens 31. August verboten sind.

Nicht im Rennkalender

Eschborn-Frankfurt zählt wie die Cyclassics Hamburg zu den sogenannten WorldTour-Rennen und damit zu den wichtigsten Veranstaltungen im Kalender des Radsport-Weltverbandes UCI. Bei der Gestaltung eines vorläufigen Corona-Rennkalenders, der eine Rückkehr in den Wettkampfbetrieb ab dem 1. August vorsieht, waren die beiden deutschen Rennen von Anfang an außen vor gelassen worden. Stattdessen sollen die drei großen Landesrundfahrten – die Tour de France, der Giro d'Italia sowie die Vuelta a Espana – zwischen dem 29. August und dem 8. November stattfinden und sich teilweise überschneiden.

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zum Video Degenkolb: "Überraschend ist es nicht"

John Degenkolb im Interview
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"Überraschend ist es nicht wirklich, weil es in Deutschland keine Events geben wird", sagte Radprofi John Degenkolb dem hr-sport. "Es ist wahnsinnig schade, aber es war wichtig, dass wir am 1. Mai zusammen mit dem HR etwas auf die Beine gestellt haben und präsent waren." Das Rennen hatte trotz Absage stattgefunden - allerdings virtuell als "Radklassiker daheim", begleitet von einer Sendung im hr-fernsehen.

Degenkolb freut sich auf 2021

Er wolle nun nach vorne blicken und sich auf das Rennen im kommenden Jahr freuen. "Man darf sich nicht zu sehr darüber ärgern, dass dieses 2020 kein Rennen stattfinden konnte. 2021 geht es weiter", so Degenkolb. "Aktuell bin ich voll im Training." Damit bereite er sich auf den möglichen Start der WorldTour im August vor.

In der jahrzehntelangen Historie des Frankfurter Radklassikers, der 1962 erstmals ausgetragen wurde, ist es bereits die zweite Absage. 2015 konnte das Rennen wegen Terrorgefahr nicht stattfinden.