Ein bisschen Liebe: Sebastian Vettel würde auch gern 2020 wieder mit der Hockenheim-Trophäe schmusen.

Das Beste kam zum Schluss? Das spektakuläre Formel-1-Rennen am Wochenende könnte das letzte in Hockenheim gewesen sein. Für Sebastian Vettel wäre das tragisch. Er appelliert auch an die Politik.

Videobeitrag

Video

zum Video Sebastian Vettel wird Zweiter in Hockenheim

hr-Sport-Reporter Oliver Mayer kündigt den Formel-1-Beitrag in der hessenschau an.
Ende des Videobeitrags

Nach dem vermutlich vorerst letzten Formel-1-Rennen in Deutschland hat der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel ein Plädoyer für den Erhalt des Grand Prix auf dem Hockenheimring gehalten.

"Wir hatten ein großartiges Rennen, und es wäre schade, es zu verlieren", sagte der in Heppenheim geborene Ferrari-Pilot, nachdem er im Regenchaos am Sonntag von Rang 20 noch furios auf Platz zwei vorgefahren war. "Es ist wichtig, den Sport dorthin zu bringen, wo die Leidenschaft für den Sport da ist."

Hockenheim steht auf der Streichliste

Es gebe Rennen, die man erhalten müsse, wie die Traditionsstätten in Monza oder Silverstone. "Deutschland und Spanien haben eine lange Rennhistorie, daher wäre es schade, sie zu verlieren und stattdessen an einen Platz zu gehen, wo Millionen für die Ausrichtung des Rennens gezahlt werden, aber niemand auf den Tribünen sitzt", sagte Vettel.

Die Hockenheimring-Betreiber können schon lange nicht mehr die volle Antrittsgebühr von kolportierten 12 bis 15 Millionen Euro zahlen. Sie stehen auf einer Streichliste genauso wie Barcelona und Mexiko-Stadt für den Rennkalender 2020. Neu dabei ist dafür Vietnam.

"In Deutschland gibt es keine Unterstützung aus der Politik"

"Sie verdienen kein Geld mit der Formel 1, aber ihre Leidenschaft und ihr Einsatz sind bemerkenswert", sagte Vettel mit Blick auf die Betreiber seines Heimrennens. Der Heppenheimer nimmt auch den Staat in die Pflicht. "In Deutschland gibt es keine Unterstützung aus der Politik, so wie es in anderen Ländern ist", wird er in der Bild-Zeitung (Dienstag) zitiert.

Anders läuft es dem Bericht zufolge beispielsweise in Frankreich, wo der Grand Prix in Le Castellet mit 14 Millionen Euro aus der öffentlichen Hand subventioniert werde.

Große Hoffnung auf Hilfe von Vater Staat und eine Wiederauflage des Rennens sehen die Organisatoren in Hockenheim offenbar nicht. Der Geschäftsführer der Strecke, Georg Seiler, gab jüngst zu Protokoll, er "sehe im Moment wenige Chancen".

Raus mit einem Knall

Sollte der jüngste Grand Prix der letzte in Hockenheim auf absehbare Zeit gewesen sein, so hat er sich wenigstens mit einem großen Knall aus dem Rennkalender verabschiedet. Die Zuschauer erlebten im sonntäglichen Regen ein wahres Spektakel mit Ausritten, Crashs und Überholmanövern im Minutentakt. Den Sieg beim aufregendsten Rennen seit Langem sicherte sich Max Verstappen im Red Bull.