Als Hessens größte Medaillenhoffnung geht Gesa Felicitas Krause bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha an den Start. Für den angestrebten Erfolg meidet die Hindernisläuferin aus Frankfurt vor allem eins: das See-Level.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessens Leichtathleten bei der WM in Katar

Gesa Krause jubelt
Ende des Audiobeitrags

Bei ihren ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu rannte Gesa Felicitas Krause als 19 Jahre junges Küken der deutschen Mannschaft gleich ins Finale. Inzwischen hat sie den deutschen Rekord über 3.000 Meter Hindernis mehrfach verbessert, war zwei Mal Europameisterin, hat 2015 WM-Bronze gewonnen - und nach ihrem Sturz 2017 in London zahlreiche Auszeichnungen erhalten. In Doha beginnt für die 27-Jährige am Freitag bereits die fünfte WM. Der Aufwand für ihren Ausdauersport ist weiter gewachsen.

"Ich denke, wenn man zwischen 9:00 und 9:06 Minuten läuft, dann hat man in der Welt schon was zu melden. Das ist das Ziel", sagt sie. Die Konkurrenz ist nicht schwächer geworden. Krause belegt derzeit in der Weltrangliste den achten Platz, vor ihr liegen unter anderen fünf Kenianerinnen. "Es gibt keine Pacemaker, die Karten werden neu gemischt", sagt die Frankfurterin, die gebürtig aus dem Lahn-Dill-Kreis stammt und für den Verein Silvesterlauf Trier startet, voller Hoffnung.

Traum von der Medaille lebt

Natürlich will Krause wieder eine Medaille holen. "Es wäre falsch zu sagen, dass man nicht den Traum hat. Und ich würde lügen, wenn ich sagte, dass ich nicht darum kämpfen werde." Der WM-Vorlauf über 3.000 Meter Hindernis ist am kommenden Freitag (18 Uhr), der Endlauf am Montag (20.50 Uhr).

Weitere Informationen

Mehr bei sportschau.de

Die Leichtathletik-WM findet vom 27. September bis zum 6. Oktober in Doha statt. Bei sportschau.de finden Sie ein umfangreiches Dossier mit allen wichtigen Infos, Nachrichten und Sendezeiten.

Ende der weiteren Informationen

Wie sehr die 1,67 Meter große Ausdauerspezialistin kämpfen kann, das hat die in der Laufszene hoch geschätzte Krause auch bei ihrer größten Niederlage bewiesen: Vor zwei Jahren wurde sie bei der WM unverschuldet in einen Sturz verwickelt, rappelte sich wieder auf, rannte chancenlos der Spitze hinterher und kam als Neunte ins Ziel. Daraufhin wurde sie unter anderem zur "Leichtathletin des Jahres" gewählt.

In Zürich den deutschen Rekord gedrückt

In diesem Jahr hat die Olympia-Sechste von 2016 nicht nur ihren deutschen Rekord in Zürich auf 9:07,51 Minuten gedrückt, sondern einen enormen Aufwand betrieben, um für Doha fit zu sein und für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio bereits eine Grundlage zu legen. Seit ihrem EM-Triumph 2018 in Berlin war Krause in der Höhe von Davos, Kenia, Äthiopien, Arizona und zuletzt wieder in Südafrika.

"Ich hatte seit Oktober keinen trainingsfreien Tag mehr, ich war nie länger als drei, vier Wochen in Deutschland, also auf See-Level. Und ich bleibe bis Olympia nie länger als vier Wochen nicht in der Höhe."

Standort in Frankfurt, Training aber in der Höhe

Ihren Standort hat Krause in Frankfurt, und sie baut auf ihren langjährigen Trainer Wolfgang Heinig. Für sie ist es deshalb keine Option, wie Konstanze Klosterhalfen in den USA zu trainieren. Die deutsche WM-Langstreckenhoffnung hatte sich dem Nike-Oregon- Projekt (NOP) des umstrittenen Alberto Salazar angeschlossen.

Weitere Informationen

Zehn Hessen im DLV-Aufgebot

Im Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes stehen zehn Sportlerinnen und Sportler aus Hessen. Siebenkämpferin Carolin Schäfer musste verletzungsbedingt absagen, 200-Meter-Läufer Steven Müller wurde nachnomminiert.

Ende der weiteren Informationen

"Wenn Erfolg hart erarbeitet wird, ist es letzten Endes wurscht, wo man arbeitet. Ich denke, es gibt verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Jeder Athlet muss für sich herausfinden, was für ihn wichtig ist", sagte Jürgen Kessing, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). "Wir beobachten die Athletinnen sehr intensiv und begleiten sie auch."

Ein Aushängeschild des Verbandes

Krause ist – gerade im international so schwierigen Laufbereich – längst ein Aushängeschild des Verbandes. Irgendwann die Neun-Minuten-Marke zu unterbieten, das sei "schon ein Traum und Ziel" und doch "sehr, sehr schwer". Der Weltrekord der Kenianerin Beatrice Chepkoech von 8:44,32 Minuten ist für die Deutsche ganz weit weg: "Ich bin da ganz realistisch. Den werde ich nie brechen." Nach Doha gönnt sich Krause übrigens zwei Wochen Urlaub. Dann geht es mit Blick auf Olympia 2020 in Tokio nach Boulder/Colorado – wieder in die Höhe.