Ilse Bechthold bei der Sportgala 2017

Die Leichtathletik-Welt trauert um Ilse Bechthold. Die "Grande Dame" von Eintracht Frankfurt, die vielen Frauen den Weg in die Leichtathletik ermöglicht hat, starb am Montag im Alter von 93 Jahren.

Leichtathletik-Funktionärin Ilse Bechthold ist am Montag im Alter von 93 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus verstorben. Das teilte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Dienstag mit. "Mit Ilse Bechthold verliert die deutsche und internationale Leichtathletik eine 'Grande Dame des Sports', die sich in herausragender Weise für die Rolle der Frauen eingesetzt hat", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing.

Ein Leben für die Leichtathletik

Die Frankfurterin engagierte sich seit mehr als 50 Jahren für die Leichtathletik, und vor allem für die Rolle der Frauen. Bechtholds Einsatz ist es zu verdanken, dass Leichtathletinnen heute das komplette Mittel- und Langstreckenprogramm samt Hindernislauf absolvieren und auch am Hammerwerfen und Stabhochspringen teilnehmen können.

In ihrer aktiven Zeit war Bechthold als Diskuswerferin und Kugelstoßerin bekannt. Ihre Funktionärs-Karriere begann sie 1969 als ehrenamtliche Frauenwartin. Bereits sechs Jahre später wurde die Hessin zur Vizepräsidentin des DLV gewählt. 2001 wurde sie in die Arbeitsgruppe "Frauen und Sport" des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) berufen und war persönliches Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees.

Eine Frau klarer Worte

"Es gibt aus meiner Sicht nur wenige Personen, die sich ein Leben lang für die Leichtathletik so engagiert haben wie Ilse Bechthold", sagte der DLV-Vorstandsvorsitzende Idriss Gonschinska. Sie habe immer Klartext gesprochen und auch mit Kritik nicht gespart, wenn sie vonnöten war. "Unser ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen", so Gonschinska.

Bechthold erhielt über die Jahre zahlreiche Auszeichnungen. Darunter etwa die Nadel in Gold des DLV und den Olympischen Orden des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). 1988 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.