Andrea Petkovic hat während der Corona-Krise eine spannende Idee entwickelt.

Die Corona-Krise eröffnet den Menschen auch neuen Raum für kreative Ideen. Tennis-Profi Andrea Petkovic teilt ihre Liebe zur Literatur auf der Online-Plattform Instagram und will das Projekt "Racquet Book Club" Stück für Stück weiterentwickeln.

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Andrea Petkovic in Linz
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Das Leben im öffentlichen Raum ist in Zeiten der Corona-Krise weitestgehend stillgelegt. Die arbeitende Bevölkerung befindet sich in großen Teil im Homeoffice, Bars, Kinos, Theater oder Shoppingcenter sind, wie auch Kindertagesstätten und Schulen, geschlossen. Andrea Petkovic hat sich dafür etwas ausgedacht und auf der Online-Plattform Instagram den Racquet Book Club – zu Deutsch: den Schläger Buch Club – in Anlehnung an ihre Karriere als Tennisspielerin gegründet.

Ablenkung in Krisenzeiten

"Ich wollte etwas machen, was die Leute in dieser Krise, wenn sie zuhause bleiben müssen, ablenkt und ihnen vielleicht auch ein bisschen Spaß macht", sagte Petkovic dem hr-sport. Sie selbst bezeichnete sich als "leidenschaftliche Leserin" und wolle nun eine Gemeinschaft gründen, "in der sich Leute auf Instagram gegenseitig Bücher vorschlagen und miteinander reden".

Die anfängliche Idee, im kleinen Kreis "mit fünf Freunden" zu diskutieren, ist längst überholt. Rund 2.300 Follower innerhalb weniger Tage sind auch für die Darmstädterin eine Überraschung. Begonnen hat alles mit einer Vorschlagsrunde ihrer "persönlichen Lieblingsbücher". Neben einem Sachbuch, einem Klassiker und einem Roman stand – wie sollte es anders sein – auch ein Sportbuch zur Auswahl. Gewonnen hatte – "surprise, surprise" – die Tennislektüre "String Theory" von David Foster Wallace.

Kein "prätentiöser Literatur-Professoren-Club"

Petkovic möchte jetzt abwarten, bis sich alle das Buch bestellt haben und dann einfach loslegen und die Diskussionen über mehrere Wochen laufen lassen. Doch wie genau soll das funktionieren? "Ich weiß es noch nicht, aber ich lasse mir etwas einfallen. Es ist alles noch in den Kinderschuhen und ziemlich amateurhaft aufgebaut", gab sie lachend zu. Einen "prätentiösen Literatur-Professoren-Club" wolle sie aber nicht ins Leben rufen.

Viel mehr gehe es der Leseratte darum, eine Gemeinschaft zu bilden, in der Zusammenhalt entstehe. Wie das klappt? Einfach nach "Racquet Book Club" suchen. Community statt Einsamkeit, einen Farbtupfer setzen in Tagen, in denen heute keiner weiß, wie die Welt morgen aussieht.

Petkovic mag die schwere Kost

Doch Petkovic wird die Follower mit Sicherheit fordern, leichte Lektüre war schon zu Profizeiten ihr Ding nicht.

"Krimis hatte ich auf dem Tennisplatz zu Genüge. Ich habe alte russische Klassiker von Fjodor Dostojewski oder Lew Tolstoi gelesen", gab sie einen Einblick.

Liebe zur Literatur als Anreiz für die Gründung des Clubs

Als Petkovic im Tennis richtig groß wurde, gab es digitale Möglichkeiten noch nicht. "Ich habe dann auch Bücher mitgeschleppt und so kam die Liebe zur Literatur auf." Eine Liebe, die Andrea Petkovic nun zur Gründung eines Instagram-Clubs gebracht hat.

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Petkovic über Karriereende: "Hänge noch ein Jahr dran"

Andrea Petkovic hat sich entschieden, ihre Tennis-Karriere auch 2021 fortzusetzen. "2020 sollte ein Ausklingjahr werden, das fällt eher aus", sagte sie der Süddeutschen Zeitung (Freitagsausgabe): "Ich hänge noch ein Jahr dran. Ich möchte die Turniere abreisen und mich verabschieden." Aufgrund einer Knie-Operation hatte die frühere Top-Ten-Spielerin den Saisonauftakt verpasst und auch bei den Australian Open in Melbourne gefehlt. Derzeit pausiert die Tennis-Tour aufgrund der Coronavirus-Pandemie bis mindestens Anfang Juni.

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