Eduard Lewandowski von den Löwen Frankfurt und Derek Dinger von den Kassel Huskies liefern sich einen Zweikampf.

Bis es in den Playoffs der zweiten deutschen Eishockey-Liga um den Aufstieg geht, müssen sich die Kassel Huskies und Löwen Frankfurt noch etwas gedulden. Wenn alles nach Plan läuft, wäre die Erleichterung groß. Wenn nicht, könnte der Aufstieg an Formalitäten scheitern.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klinge: "Situation kann sich jederzeit um 180 Grad drehen"

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Am 22. Und 23. April starten die acht besten DEL2-Clubs in die Playoffs – zwei Tage später als geplant. Darauf haben sich die Liga und die Clubs am Dienstag geeinigt. Kassel steigt am 22. April in die Serie gegen Heilbronn ein, Frankfurt einen Tag später gegen Bietigheim. Gespielt wird im Best-of-five-Modus, drei Siege braucht es zum Weiterkommen. Für Kassel und Frankfurt ist es keine gewöhnliche Endrunde – anders als in den Jahren zuvor geht es nicht "nur" um die Zweitligameisterschaft, sondern auch um den Aufstieg in die DEL. Das heißt: Falls alles glatt läuft.

Damit die Playoffs möglichst reibungslos von der Bühne gehen, hat sich die Liga auf eine intensivere Teststrategie geeinigt. Anders als in der Hauptrunde werden alle drei Tage PCR-Tests durchgeführt, ergänzt durch Schnelltests an den Spieltagen. Im Vorfeld durchlaufen alle Teams zwei Initial-Testungen. Für die Organisation sind die Vereine selbst verantwortlich: "Das ist natürlich eine große finanzielle Frage. PCR-Tests für 35 Leute ist schon teuer. Das ist aber unumgänglich, um die Playoffs abzusichern", sagt Franz-David Fritzmeier, Trainer und Sportdirektor der Löwen Frankfurt, im Gespräch mit dem hr-sport.

Sowohl Löwen, als auch Huskies nutzen die längere Pause vor dem Start der Playoffs für einen letzten Feinschliff im Training. Die Hauptrunde war am vergangenen Donnerstag überraschend zwei Spieltage vor Schluss abgebrochen worden. In eine Blase begeben sich die Spieler vor oder während der Endrunde aber nicht. Kassels Sportdirektor Manuel Klinge unterstreicht: "Wir fahren ja die ganze Saison schon ein strenges Konzept."

Aufstieg? "Dass die Sache wacklig ist, ist logisch"

Ein reibungsloser Ablauf der Playoffs ist auch deshalb extrem wichtig, weil es formale Voraussetzungen für einen Aufstieg gibt. Zwischen DEL und DEL2 besteht die Vereinbarung, dass nur ein Meister aufsteigen kann, der zuvor mindestens sechs Playoff-Spiele gewonnen hat. Sollten sich also Löwen, Huskies oder ein möglicher Finalgegner infizieren, könnte der Traum vom Aufstieg auch daran scheitern. "Wir haben es mit einer sehr speziellen Situation zu tun, in der sich zu jedem Zeitpunkt eine Situation um 180 Grad drehen kann. Und da sind wir nicht so vermessen zu sagen, uns wird nichts passieren. Am Ende des Tages brauchen wir aber auch ein Quäntchen Glück um da heil und gesund durch diese Playoffs zu kommen", so Huskies-Sportdirektor Klinge.

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Playoff-Termine Viertelfinale

EC Kassel Huskies vs. Heilbronner Falken:
22.04., 24.04., 26.04., 28.04.*, 30.04.*

Bietigheim Steelers vs. Löwen Frankfurt:
23.04., 25.04., 27.04., 29.04.*, 01.05.*

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Bei einer Infektion würde das betroffene Team vermutlich ausscheiden, da die Spiele bei Nichtantritt für den Gegner gewertet werden. In einer solchen Situation wäre entscheidend, ob das verantwortliche Gesundheitsamt die ganze Mannschaft oder nur die positiv getesteten Spieler in Quarantäne schickt. Löwen-Sportdirektor Fritzmeier ist angesichts dieser Bedrohungen realistisch: "Von den acht Mannschaften sind drei aktuell infiziert. Also dass die ganze Sache wacklig ist, ist logisch." Damit gemeint sind Bietigheim, Heilbronn und Freiburg, deren positive Fälle für die Verschiebung der Playoffs mitverantwortlich waren.

"Werden alle sehr erleichtert sein"

Kein Wunder also, dass die Angst vor einem ähnlichen Schicksal auch in den Köpfen der Spieler herumgeistert: "Der größte Druck ist die mentale Belastung aufgrund von Corona. Wir haben Spieler in der Mannschaft, die haben Familien und Kinder, und der Druck, sich da so sicher wie möglich zu verhalten, ist groß", sagt Fritzmeier. Für den 40-Jährigen ist klar: "Es werden alle sehr erleichtert sein, wenn wir am 23. April auf dem Eis stehen. Und dann wird der sportliche Druck kommen."

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Doku-Highlight vom hr: Eishockey hautnah

Der hr-Sport hat mit einem Kamerateam die beiden Aufstiegsaspiranten Frankfurt und Kassel für die Doku-Serie "Es kann nur einen geben" durch die Hauptrunde begleitet und wird es auch in den Playoffs tun. Die ersten beiden Folgen der Serie werden ab dem kommenden Freitag (16. April 2021) in der ARD-Mediathek sowie am Mittwoch (21. April 2021) ab 21.45 Uhr im hr-fernsehen zu sehen sein. Die dritte und vierte Folge erscheinen zeitnah nach dem Ende der Playoffs. Die Sendelänge pro Folge beträgt zwischen 20 und 30 Minuten.

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