Daniela Bleymehl jubelt.

Beim Ironman Hawaii hält neben Patrick Lange vor allem Daniela Bleymehl die hessische Fahne hoch. Zusätzlich zu den Rennvorbereitungen hat die Darmstädterin auch die Gemütslage ihres Sohnes Marlon im Blick.

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Daniela Bleymehl
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Kurz vor dem wichtigsten Rennen der Saison musste Daniela Bleymehl erst einmal die gute Laune in der Familie wiederherstellen. Sohnemann Marlon, die Herbstferien in der südhessischen Heimat machen es möglich, hat seine Mama zu den abschließenden Ironman-Vorbereitungen nach Hawaii begleitet. Von durchgängig guter Urlaubsstimmung kann beim Achtjährigen allerdings nicht die Rede sein.

Beim Kids Run, einer launigen Ironman-Veranstaltung für Kinder, bei der eigentlich nicht der sportliche Wettbewerb im Vordergrund steht, lief der Nachwuchs statt der geplanten 400 Meter aus Versehen die Strecke über eine Meile. "Dabei ist er nur Fünfter geworden", erzählt Bleymehl. Marlons Laune? Ging anschließend in den Keller. "Da habe ich ihm gesagt, dass ich stolz auf ihn bin. Ich will ihm mitgeben, dass es vor allem Spaß machen muss und soll. Er spürt wahrscheinlich schon, dass es bei mir um viel geht."

Gelassenheit und Leichtigkeit

Druck verspürt die Darmstädterin vor der Ironman-Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende (12./13. Oktober deutscher Zeit) allerdings nicht. Im Gegenteil. Die Kombination aus Familie und letzten Rennvorbereitungen sei zwar "wuselig", aber dass Sohn Marlon und auch Ehemann Moritz die gut 12.000 Kilometer lange Reise mitgemacht haben, gebe ihr "Gelassenheit, Leichtigkeit. Es ist sehr schön, sie dabei zu haben." Und anders als noch vor drei Jahren.

Damals, im Jahr 2016, ging Bleymehl erstmals auf Big Island an den Start. Nach 10:34:26 Stunden kam sie auf Rang 36 ins Ziel. Heute sagt sie: "Diese Erfahrung nehme ich mit, ich weiß, was auf mich zukommt. Seitdem hat sich einiges getan. Ich will auf jeden Fall vorne mitreden und bin guter Dinge, dass ich mich zeigen kann."

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Der Ironman Hawaii live

Das hr-fernsehen, die Sportschau im Ersten und sportschau.de übertragen den Ironman Hawaii am 12./13. Oktober live. Alle wichtigen Infos dazu finden Sie hier.

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Ihre Qualifikation für Kona hat die 31-Jährige bereits seit mehr als einem Jahr in der Tasche. Im September 2018 siegte sie in 9:05:49 Stunden beim Ironman Italy. Nun ist sie voller Tatendrang. "Es wird Zeit. Ich habe alles getan, um hier fit am Start zu sein."

Das Gute aus deutscher Sicht: Bleymehl ist eine von gleich mehreren hiesigen Teilnehmerinnen, die einen entscheidenden Einfluss auf den Rennverlauf nehmen können. In Konkurrenz zu Seriensiegerin Daniela Ryf aus der Schweiz ("Wenn alles normal läuft, geht kein Weg an ihr vorbei") tritt vor allem Anne Haug aus Bayreuth, die bei ihrem Debüt im Vorjahr auf Anhieb Dritte wurde.

Bleymehl will geduldig bleiben

"Wir haben dieses Jahr sehr starke Damen am Start", sagt Bleymehl – und schiebt, auch mit einem Lachen, hinterher: "Ich wurde zwar noch nicht gefragt, ob ich gewinnen werde, aber das macht nichts. Ich werde hier mein Rennen machen. Meine stärkste Gegnerin bin ich selbst. Ich muss geduldig bleiben." Klingt wie ein Ratschlag, den auch der ehrgeizige Sohnemann Marlon eines Tages zu hören bekommen könnte.