Darts-Profi Max Hopp in Aktion

Noch gilt Max Hopp als großes Darts-Talent. Bei der Weltmeisterschaft in London will der Idsteiner nun endlich den großen Durchbruch schaffen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Zwei Hessen bei der Darts-WM

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Den nächsten Gegner sah sich Max Hopp ganz entspannt vor dem Fernseher im Hotelzimmer an. Die angepeilte erste Stippvisite im Londoner Alexandra Palace ließ der 23-Jährige am Mittwochabend kurzfristig sausen, im Fokus stand stattdessen die eigene Spielvorbereitung. "Eine Revanche gegen Michael van Gerwen" nimmt Hopp für seinen bereits siebten Auftritt bei einer Darts-WM ins Visier. Das ist ambitionierter denn je, denn Titelverteidiger van Gerwen ist nicht nur der mit Abstand beste Spieler der Welt, sondern würde auch erst in einem möglichen Viertelfinale warten. Bisher hat der Idsteiner Hopp in sechs Anläufen aber noch nicht mal das Achtelfinale erreicht.

Vom großen Druck, an diesem Freitag (22 Uhr) nicht nur ums WM-Weiterkommen, sondern auch um die Hackordnung im deutschen Darts-Sport spielen zu müssen, wurde Hopp am Mittwoch immerhin befreit. Statt sich mit dem aufsteigenden Landsmann Gabriel Clemens zu duellieren, tritt Hopp nach dessen 2:3-Niederlage nun gegen den Niederländer Benito van de Pas an.

Deutsches Duell ist "ehrlich gesagt Wurst"

"Gegner ist Gegner, den will ich weghauen und eine Runde weiterkommen. Jeder kämpft für sich, ums Weiterkommen, viel Geld und Ranglistenpositionen", sagte Hopp beim Fernsehsender Sport1. Ihm sei ein deutsches Duell "ehrlich gesagt Wurst». Mit Siegen über die beiden ungesetzten Außenseiter van de Pas und Darius Labanauskas (Litauen) könnte Hopp als erster deutscher Profi das WM-Achtelfinale perfekt machen. Das wird von ihm, der bereits mit 17 als "Wunderkind" im "Ally Pally" debütierte, definitiv erwartet.

Hopp gilt seit Jahren als der große deutsche Hoffnungsträger und kann bereits einige Erfolge vorweisen, zum Beispiel ein EM-Halbfinale oder einen European-Tour-Titel. Der Durchbruch lässt bisher auf sich warten, einen besseren Zeitpunkt als die WM gäbe es angesichts des Millionenpublikums und des riesigen medialen Interesses nicht.

Noch ganz am Anfang

Darts-Promoter Barry Hearn sieht Hopps Situation ganz entspannt. "Er ist immer noch ein Baby, was sein Alter angeht. Er ist gerade einmal 23 Jahre alt. Man sollte nicht zu viele Hürden in seinen Weg legen. Die Youngsters entwickeln sich in ihrer eigenen Geschwindigkeit", sagte der Weltverbandsboss der Deutschen Presse-Agentur in London.

Der 71-Jährige spricht klar aus, welches Potenzial in dem fitten und durchtrainierten Youngster aus Hessen auch für seinen Verband steckt. "Er weiß, dass er mit einem Durchbruch zu einem internationalen Star wird. Das würde sein Leben für immer ändern und tausende Kinder in Deutschland zum Darts-Sport bringen", sagte Hearn über Hopp. Schon jetzt kommt ein Viertel aller Fans bei der WM aus Deutschland.

Kurz als hessische Konkurrenz

Am Freitag werden sie nicht nur Hopp, sondern auch Debütant Nico Kurz (21 Uhr) sehen. Er ist noch ein Jahr jünger als der "Maximiser", spielte bei seinem 3:1-Auftaktsieg gegen Englands Routinier James Wilson acht perfekte Darts und bekam gleich eigene Gesänge gewidmet.

"Ich habe mich locker und gut gefühlt. Ich habe Lust auf mehr", sagte der Hanauer Kurz, der auf der Bühne mit unverschämter Lockerheit und ständigem Grinsen verblüffte. Zwei Hessen zur TV-Primetime? "Das könnte ein interessanter Abend werden", sagte Kurz und lachte. Als Neuling hat er das Soll mit seinem Auftaktsieg bereits erfüllt.

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Nico Kurz Portrait
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