Die Frankfurter Eissporthalle beim World Cup of Darts 2018

Der Deutsche Dart-Verband will die WM des Welt-Dachverbandes 2023 nach Frankfurt holen. Unterstützt wird die Bewerbung von der Stadt, dem Land Hessen – und dem Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.

"German Footballers love Dart", heißt es unter dem Konterfei von Fredi Bobic. Der Sportvorstand von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt ist eines von drei prominenten Gesichtern, die den Deutschen Dart-Verband (DDV) in einem Bewerbungsvideo um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft der World Darts Federation (WDF) im Jahr 2023 unterstützen. Auch Hessens Sport- und Innenminister Peter Beuth (CDU, "Dart is in Germany almost a national sport") und Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) zählen zu den Fürsprechern.

"Die Sportabteilung des Ministeriums hat uns schnell Unterstützung zugesagt, auch die Stadt Frankfurt mit Herrn Frank hat unsere Bewerbung früh begrüßt", erklärt Sportdirektor Jürgen Rollmann im Gespräch mit dem hr-sport, warum der DDV ausgerechnet mit Hessens größter Metropole im Portfolio ins Rennen geht. Zudem hat der Verband seinen Sitz an der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt.

Entscheidung am Montag

Zusammen mit DDV-Präsident Michael Sandner reist Ex-Fußball-Profi Rollmann (unter anderem Kickers Offenbach, Werder Bremen und MSV Duisburg) in diesen Tagen nach Cluj-Napoca in Rumänien, wo die WDF am Montag (7. Oktober) über die Vergabe der WM 2023 entscheiden wird. "Noch nie in der 37-jährigen Geschichte des DDV hat eine WDF-Weltmeisterschaft in Deutschland stattgefunden", sagt Sandner. "In Deutschland erfreut sich Dart seit Jahren wachsender Beliebtheit. Eine WM-Vergabe nach Frankfurt könnte unserem Sport weiteren Schub verleihen."

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic

Die WDF ist der offizielle Welt-Dachverband des Dartssports, zu den knapp 20 Nationalverbänden gehört auch der DDV. Der Unterschied zur Professional Darts Corporation (PDC), die vor allem durch die World Championship im Alexandra Palace in London seit Jahren einen Fan- und Fernsehboom erlebt: "Bei uns handelt es sich nicht um ein Event, sondern um ein sportliches Großereignis", erklärt Rollmann – und schiebt hinterher: "Man kann es sich schon so vorstellen, wie man es von der PDC kennt. Wenn die WM 2023 in Frankfurt stattfindet, ist mit einer beachtlichen Zahl an Zuschauern zu rechnen."

Bis zu 600 Spieler und Betreuer

Im Falle eines Zuschlags müsste der DDV ein Turnier für bis zu 600 Spielerinnen und Spieler sowie ihre Funktionäre und Betreuer organisieren. Angedacht ist eine Austragung in der Frankfurter Ballsporthalle, die mittlerweile den Namen Fraport Arena trägt. Die PDC hat ihren World Cup of Darts von 2015 bis 2018 vier Mal in Folge in der Eissporthalle organisiert.

Sportlich steht Darts auf WDF-Niveau dem PDC-Level in nicht viel nach. Bei der diesjährigen WM, die vom 7. bis 12. Oktober ebenfalls in Cluj-Napoca stattfindet, wird die deutsche Mannschaft von Michael Unterbuchner angeführt. Der gebürtige Münchner hat sich der der PDC vergleichbaren British Darts Organisation (BDO) angeschlossen, bei der dortigen WM schaffte er es zuletzt zwei Mal in Serie ins Halbfinale. Auf DDV-Talent Philipp Hagemann wartet in Rumänien ein Duell mit "Darts-Opa" Paul Lim, einem weltweit beliebten PDC-Profi aus Singapur. Ein Match, über das sich Darts-Fans in Hessen und Frankfurt vermutlich auch freuen würden.