Sebastian Vettel

Sebastian Vettel gibt bei seinem späten Saisonstart kein glückliches Bild ab. Für das ambitionierte Team des Heppenheimers gilt das umso mehr: Aston Martin wird zum Besenwagen der Formel 1.

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Leclerc jubelt, Vettel fliegt raus

Charles Leclerc
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Sebastian Vettel wollte nur noch weg. Beim Krisenteam Aston Martin ist man Kummer mittlerweile gewohnt, doch an einem schwarzen Wochenende in Melbourne war ein neuer Tiefpunkt erreicht. "Schlimmer kann es nicht werden", sagte Vettel nach seinem völlig verkorksten Saisondebüt beim Großen Preis von Australien. Auch Besserung ist allerdings kaum in Sicht. Der Frust beim Ex-Weltmeister aus Heppenheim saß tief.

Bei seinem ersten Auftritt des Jahres hatte er es nicht mal bis zur Halbzeit geschafft - das Rennen endete für Vettel in der Streckenmauer. Die fehlende Routine im AMR22 nach zwei wegen Corona verpassten Rennwochenenden war ein Grund für eine Dienstreise voller Probleme - die Technik allerdings war ein weiteres. "Das Auto ist sehr schwierig zu fahren", klagte Vettel, "vielleicht überfahre ich es im Moment, ich habe einfach die Kontrolle verloren."

Noch keine WM-Punkte für Vettel und Co.

Bockig und langsam ist der Aston Martin, in der Formel 1 ist das keine gute Mischung. "Es ist mittlerweile so schlimm, dass man fast schon Mitleid hat", kommentierte Ex-Pilot Ralf Schumacher bei Sky. Denn das englische Team mit den großen Plänen findet sich im WM-Klassement ganz hinten wieder: Als einziger der zehn Rennställe haben Vettel und Co. noch nicht einen einzigen Punkt geholt.

Das ist vor allem deshalb schwierig vermittelbar, weil der milliardenschwere Teambesitzer Lawrence Stroll bislang kaum Gelegenheiten ausließ, Aston Martin als "das nächste große Ding" der Königsklasse zu bezeichnen. In dieser Saison sollte es um Podien und auch mal um Siege gehen, in den kommenden Jahren dann um den Titel. Doch in der neuen Formel-1-Ära ist Aston Martin noch überhaupt nicht angekommen.

Vettel: "Haben noch keine Lösungen"

Lance Stroll, Sohn des Besitzers, kennt das Auto mittlerweile zwar deutlich besser als Vettel, kann aber auch nicht mehr herausholen. "Wir sehen viele Dinge, die wir verbessern müssen, aber wir haben noch keine Lösungen", sagt der Südhesse. Für ihn ging schief, was schiefgehen konnte.

Schon am Freitag musste er im freien Training zum Feuerlöscher greifen, um das qualmende Auto zu bearbeiten. Mit dem Motorroller fuhr er anschließend zurück zur Box - und kassierte für diese "unerlaubte Nutzung eines Scooters auf der Strecke" eine Geldstrafe. Am Samstag verlor Vettel dann im Abschlusstraining die Kontrolle und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben.

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