Der Landessportbund Hessen ist über das Sportverbot im Zuge des Teil-Lockdowns "enttäuscht". Präsident Rolf Müller stört sich vor allem an der Einordnung des Sports, der von der Politik in einem Atemzug mit Bordellen erwähnt wird.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found LSB: Neufassung der Corona-Verordnung trifft Hessens Sport hart

Ein leeres Stadion
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Man werde der gesellschaftspolitischen Verantwortung zwar weiter nachkommen, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung. "Das Verbot jeglichen Sportbetriebs auf den Sportanlagen trifft den Vereinssport aber sehr hart", fügte Müller an.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist Freizeit- und Amateursport bis Ende November nicht gestattet. Ausnahmen werden in manchen Bundesländern höchstens beim Individualsport gemacht, Mannschaftsspiele und Training sind bis 30. November bundesweit untersagt.

LSB für "differenziertere Vorgehensweise"

In Hessen ist "nunmehr jeglicher Betrieb von öffentlichen und privaten Sportanlagen für den Freizeit- und Amateurbereich untersagt", wie der LSB mitteilte. Man habe sich eine differenziertere Vorgehensweise gewünscht, sagte Präsident Müller, der auf andere Bundesländer und deren Ausnahmen verwies.

Rolf Müller

"Auf dieser Grundlage hätten unsere Verbände sportartspezifische Empfehlungen aussprechen können. Das hatte sich schon im Frühjahr bewährt."

Wie geht es ab Dezember weiter?

Dass der Vereinssport in den vergangenen Tagen von der Politik als "Freizeitgestaltung" bezeichnet wurde, ärgert den Landessportbund und seinen Chef. Man wünsche sich "mehr Wertschätzung" in den politischen Debatten.

Wie es ab dem 1. Dezember weitergeht, ist derzeit noch offen. "Die Einordnung des Sports in den politischen Beschlüssen hinter den Spielhöllen und Bordellen sollte sich nicht wiederholen", mahnte Müller.

Zur Erklärung: In der "Verordnung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie" mit Stand vom vergangenen Montag werden Bordelle sowie der Sportbetrieb in Paragraph 2 gewissermaßen in einem Atemzug genannt. In der Auflistung der zu schließenden Einrichtungen tauchen Sportanlagen, Schwimmbäder und Fitnessstudios faktisch aber erst nach den Prostitutionsstätten auf.