Niko Kurz nach Erstrunden-Sieg 2020 Darts WM

Bei der Darts-WM spielt der Hesse Nico Kurz am späten Montagabend gegen seinen Kumpel Gabriel Clemens. Bei einem Ausscheiden droht ihm eine Odyssee zurück in die Heimat. Doch Kurz will durch einen Trick gewinnen.

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Audioseite Nico Kurz: Sieg oder Rückreise ins Ungewisse

Nico Kurz bei der Darts-WM 2020
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Etwas merkwürdig fühlt sich die Darts-WM im Alexandra Palace (Spitzname Ally Pally) in London in diesem Jahr schon an. Wo sonst tausende Darts-Fans wahlweise in Frosch-, Prinzessinnen- oder Bierflaschen-Kostümen die WM zu einem großen Spektakel machen, funkeln derzeit vor der Bühne mit der Dartscheibe nur ein paar Laserstrahler durch die Gegend. Zuschauer sind wegen Corona nicht zugelassen.

Doch Nico Kurz aus Nidderau hat vorgesorgt. Bei seinem Erstrunden-Sieg gegen den früheren WM-Finalisten Andy Hamilton hatte Kurz im verwaisten Zuschauerraum zwei Freunde postiert, mit denen er während des Spiels immer wieder Augenkontakt hatte. "Das war wirklich enorm wichtig, dass ich, wenn es mal vielleicht nicht so lief oder vielleicht gut gelaufen ist, mal hin gucken kann. Das bringt mich auf jeden Fall weiter", sagte Kurz "Sport1". Der kleine Trick mit den Freunden hat funktioniert.

Historisches Duell gegen den besten Darts-Kumpel

Das Erstrunden-Match gegen Hamilton war eine echte Achterbahnfahrt. Nach schwierigem Start gewann Kurz den ersten Satz. Im zweiten Satz lief es für den 23-jährigen Hessen genau andersherum: guter Start, am Ende doch verloren. Letztlich wurde alles gut: Kurz gewann mit 3:1 und spielt nun am späten Montagabend gegen seinen Darts-Kumpel Gabriel Clemens. Rund um das Spiel ruht die Freundschaft jedoch. Das Spiel gegen Clemens ist übrigens das erste deutsche Duell in der WM-Geschichte.

"Es ist klar, dass wir jetzt vor dem Spiel nicht den Riesenkontakt pflegen. Danach wird es wieder ganz normal sein", sagte Clemens. Auch für Kurz steht ausschließlich das Weiterkommen im Vordergrund. Vater Holger, Mutter Sabine und viele andere Fans ins Hessen drücken die Daumen. Auch Profis von Eintracht Frankfurt. "Auf geht's, Nico! Viel Erfolg" schrieb Mittelfeldspieler Sebastian Rode auf Twitter. Schließlich ist Kurz großer Fan der Eintracht. Und dann hat Kurz ja noch seine Blick-Kontakt-Freunde in der Halle.

Hammerspiel oder Rückreise ins Ungewisse

Sollte Kurz das Duell gegen seinen Darts-Kumpel Clemens gewinnen, wartet eine fast unlösbare Aufgabe in der dritten Runde. Dann würde der 23-Jährige aus Nidderau nämlich auf den amtierenden Darts-Weltmeister Peter Wright treffen. Auf jeden Fall würde dann am 28. Dezember die gesamte Darts-Welt das Spiel von Kurz verfolgen. Der übliche Rückflug über Weihnachten in die Heimat fällt für ihn eh weg. Kurz ist nicht mit dem Flieger in London, sondern fuhr mit seinen Freunden in neun Stunden mit dem Auto zum Sehnsuchtsort aller Dartspieler.

Sollte Kurz gegen Clemens jedoch ausscheiden, würde er einem Problem zumindest einmal aus dem Wege gehen. Die meisten WM-Teilnahmer sind mit dem Flugzeug da. Durch das Auftreten einer neuen Variante des Corona-Virus in Großbritannien gibt es in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Staaten mittlerweile ein Landeverbot für alle Flieger aus dem Königreich.

Doch käme Kurz mit dem Auto zurück in die hessische Heimat? Denn auch der Eurotunnel und der wichtige britische Hafen Dover am Ärmelkanal sind geschlossen. Es gibt allerdings für Kurz und seine mitgereisten Freunde eine vorerst perfekte Lösung des Problems: Am Abend bei der Darts-WM das Kumpel-Duell gegen Clemens gewinnen und sich dann auf das Top-Spiel gegen Weltmeister Wright vorbereiten.