Sebastian Vettel

Sebastian Vettel wird am Samstag 34 Jahre alt. Ein großes Geschenk auf der Rennstrecke wird sich der Heppenheimer Formel-1-Fahrer kaum machen können.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verstappen fährt in die Favoritenrolle

Max Verstappen steht jubelnd auf seinem Boliden
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Sebastian Vettel hat sich positioniert - und dadurch polarisiert. Dass der Aston-Martin-Pilot nicht nur beruflich, sondern auch politisch eine Vorliebe für Grün hat, schlug in den Sozialen Medien hohe Wellen. Einige User warfen dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Scheinheiligkeit vor. Dabei ist Vettel durchaus bewusst, dass er Angriffsfläche bietet.

"Als ich vor Jahren anfing, auf Nachhaltigkeit zu achten, musste ich mich natürlich fragen, ob ich nicht ein Heuchler bin. Einerseits belaste ich durch meine Arbeit die Umwelt. Andererseits propagiere ich Dinge, um die Umwelt zu schützen", sagte der Heppenheimer, der seit Jahren in der Schweiz lebt, in seinem aufsehenerregenden Interview mit dem Spiegel.

Vettel: Formel 1 sollte Entwicklungslabor werden

Er befindet sich in einem Zwiespalt, so wie jeder moderne Formel-1-Fahrer, der privat auf nachhaltige Energien umgestellt hat. Vettel hat eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses, er setzt privat auf Elektromobilität, vermeidet Flüge zu den meisten Europarennen. Aber er verdient nun mal sein Geld in einer Unterhaltungsindustrie, in der es darum geht, möglichst schnell Auto zu fahren.

Für Vettel ist das nicht zwingend ein Widerspruch - allerdings müssten sich die Voraussetzungen ändern. "Die Formel 1 sollte wieder ein Entwicklungslabor zum Wohle des Serienbaus werden und, weil wir Mobilität brauchen, zum Wohle der Umwelt", fordert der Familienvater.

Er selbst versuche, seinen Einfluss geltend zu machen, am Rande des Großen Preis von Monaco im Mai habe er im Gespräch mit der Formel-1-Spitze angeregt, den 23 Rennen umfassenden Kalender zu überdenken und mehr nach geographischen und logistisch sinnvollen Gesichtspunkten zu planen. Dabei hat auch er gemerkt: Die Transformation der Formel 1 geschieht nicht von heute auf morgen.

Etwas schneller könnte es Vettel gelingen, mit Aston Martin zur Spitze der Königsklasse aufzuschließen. Das aufstrebende Team wirbt von der Konkurrenz einen Top-Ingenieur nach dem anderen ab, am Rande des Großen Preises von Österreich (Sonntag, 15 Uhr) wurde die Verpflichtung des bisherigen Red-Bull-Aerodynamik-Chefs Andrew Alessi offiziell.

2022 starten alle Teams quasi bei Null

2022, wenn alle Teams mit identischem Budget in einem neuen Reglement quasi wieder bei Null starten, könnte schon ein Sprung nach vorne gelingen. In der Gegenwart lautet die Perspektive für das neunte Saisonrennen aber: Kampf im breiten und eng beisammen liegenden Mittelfeld.

"Es war ein schwieriges Rennen beim letzten Mal", sagte Vettel im Rückblick auf den ersten Teil des Spielberg-Doppelpacks, bei dem seine Serie von drei Top-Ten-Platzierungen riss. Der Südhesse, der am Samstag 34 Jahre alt wird, hat allerdings durchaus Hoffnung: "Wir wissen jetzt wissen, wo wir uns verbessern können, um Chancen auf Punkte zu haben."

Zumal die Temperaturen in der Steiermark deutlich abgestürzt sind, Regen durchaus wahrscheinlich ist und die Reifen eine Stufe weicher werden. "Der Kampf im Mittelfeld war am vergangenen Wochenende so extrem eng und wird es auch wieder sein, daher zählt jede Runde der Vorbereitung", prophezeit Vettel.