Sebastian Vettel

Die nächste Schlappe für Sebastian Vettel: Der Heppenheimer kommt im Großen Preis von Frankreich nicht über den fünften Platz hinaus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Ferrari-Krise hält an - Vettel in Frankreich Fünfter

Sebastian Vettel mit Ehering
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Die Ferrari-Krise nimmt kein Ende, die Formel 1 ist endgültig wieder eine Hamilton-Show: Sebastian Vettel und die Scuderia können den Titelkampf wohl schon nach dem achten Saisonrennen abhaken. Der frisch verheiratete Heppenheimer kam beim Start-Ziel-Sieg von Mercedes-Star Lewis Hamilton beim Großen Preis von Frankreich nicht über Rang fünf hinaus und fällt in der WM immer hoffnungsloser zurück. Zudem musste der viermalige Weltmeister zum zweiten Mal seinem jungen Stallrivalen Charles Leclerc den Vortritt lassen.

"Das Rennen war okay, mehr war nicht drin. Die schlechte Nachricht ist, dass wir im Vergleich zu Mercedes keinen Schritt nach vorne machen konnten", sagte Vettel und fügte genervt an: "Es ist nicht so, als würden wir es nicht versuchen. Da nehme ich mein Team in Schutz und höre mir auch gerne jeden Spruch an."

Wieder nur ein Sparringspartner

Hamilton sprach von einem "guten Wochenende", an dessen Ende er auch seinen Teamkollegen um 18 Sekunden distanzierte: "Einfach war es trotzdem nicht. Es war sehr warm, wir mussten die Temperatur der Reifen überwachen, die Strecke ist uneben, dann hatte ich ein Problem mit meinem Sitz. Am Ende sind wir sehr glücklich."

Die Scuderia war nach dem kurzen Aufschwung von Montreal trotz zahlreicher neuer Teile in Le Castellet wieder nur ein Sparringspartner für die Silberpfeile, die 2019 weiter ungeschlagen sind und mit ihrem saisonübergreifend zehnten Sieg in Folge ihren Teamrekord aus dem Jahr 2016 einstellten.

"Ich werde auf Attacke gehen"

Hamilton, der den Medientag am Donnerstag geschwänzt hatte, setzte dabei auch im Teamduell mit seinem einzigen ernsthaften Verfolger Valtteri Bottas ein Zeichen: Er distanzierte den Finnen sowie Leclerc in einem eintönigen Rennen mühelos und stürmt nach seinem 79. Grand-Prix-Erfolg und dem vierten in Folge seinem sechsten WM-Titel entgegen. Der 34-jährige Brite führt im Gesamtklassement mit 187 Punkten vor Bottas (151), während Vettel als Dritter mit 111 Punkten sich eher nach hinten als nach vorn orientieren muss.

"Ich denke, unser Speed ist im Rennen besser. Ich werde auf Attacke gehen", hatte Vettel nach seinem enttäuschenden siebten Platz im Qualifying gesagt. Teamchef Mattia Binotto erklärte vor dem Start: "Sebastian muss so schnell wie möglich vor die beiden McLaren kommen, um die Reifen nicht zu sehr zu fordern." Genau dies gelang dem Heppenheimer nicht. Erst in der fünften Runde überholte Vettel den britischen Rookie Norris und übernahm Rang sechs. Zwei Runden später war der Spanier Sainz an der Reihe. Die Top Fünf mit dem unangetastet führenden Hamilton war zu diesem Zeitpunkt aber schon ein gutes Stück weg. 

"Das ist enttäuschend"

Vorne drehte Hamilton einsam seine Runden. Der Pole-Setter beklagte zwischenzeitlich zwar, dass sein Sitz beschädigt sei, dessen ungeachtet fuhr der Brite bei seinem zweiten Frankreich-Sieg nach dem Comeback des Rennens im Vorjahr eine Top-Runde nach der anderen. Am Freitag war Ferraris Bemühen abgeschmettert worden, den Sieg vom vorherigen Rennen in Kanada am Grünen Tisch zu erringen. "Das ist enttäuschend", hatte Vettel nach der endgültigen Aufrechterhaltung der Fünf-Sekunden-Strafe gegen ihn erklärt. Auch Scuderia-Teamchef Mattia Binotto zeigte sich "enttäuscht für Ferrari, seine Fans und den Sport."

Die Rennkommissare aus Montreal waren bei einer eigens einberufenen Sitzung in Le Castellet zu dem Schluss gekommen, dass das von der Scuderia eingebrachte neue Beweismaterial "keine signifikanten und relevanten neuen Elemente" zutage fördere. Die rennentscheidende Szene zwischen Vettel und Hamilton wird deswegen nicht neu bewertet.