Frankfurt Universe Marburg Mercenaries

Ende Mai soll eigentlich die neue Football-Saison starten. Aber ist das realistisch? Carsten Dalkowski, Präsident der Marburg Mercenaries, wirft einen Blick in die Glaskugel und erklärt, warum Geisterspiele keine Option wären.

Unterbrochene Saisons, Spieler im Homeoffice, verschobene Turniere: Das Coronavirus hat die Sportwelt fest im Griff. Das gilt natürlich auch für die German Football League. Wo andere Sportverbände ihre laufenden Spielzeiten unterbrechen mussten, zog die GFL nach und verschob den Saisonstart um fünf Wochen auf Pfingsten. Nur: Ob das reicht und wie der Spielbetrieb dann aussieht, weiß aktuell niemand.

Und so bleibt auch für Carsten Dalkowski, den Präsidenten der Marburg Mercenaries, nur der "Blick in die Glaskugel", wie der Anwalt in einem Interview auf der vereinseigenen Homepage sagt. "Was aktuell realistisch ist und was nicht, kann sich stündlich ändern. Viele Entscheider sind genau wie wir im Sichtflug. Stand jetzt gehen wir von einem Saisonstart Ende Mai aus."

"Geisterspiele haben keinen Mehrwert"

Entscheidend sei dabei aber natürlich, dass die Behörden mitspielten. "Die nächste Wasserstandsmeldung von den Regierungen und der Politik erwarten wir um Ostern. Dann kann man sicherlich über die nächsten Schritte diskutieren", so Dalkowski.

Die eine Frage ist das Wann, aber auch wie es weitergeht, muss diskutiert werden. Geisterspiele, wie sie etwa die Fußball-Bundesliga plant, scheinen für den deutschen Football keine Option. "Ich glaube nicht, dass für die GFL-Vereine Geisterspiele einen Mehrwert hätten. Wir generieren durch die Bank einen großen Anteil am Budget durch die Spieltage, sei es durch Eintrittsgelder oder Gameday-Vermarktung", so Dalkowski. Für uns in Marburg wäre es keine Option."

"Wir werden nicht alleine gelassen"

Immerhin: Akute finanzielle Gefahr bestehe für die Mercenaries wohl nicht. "Unser Verein ist schon immer finanziell breit aufgestellt", so Dalkowski. "Neben den Sponsoringeinnahmen, den Fördermitteln, Spenden und Zuschüssen spielen natürlich auch die Einnahmen aus den Gamedays eine Rolle. Sollte eine dieser Säulen wegbrechen, wäre dies sicherlich sehr schmerzhaft. Allerdings wäre unsere Existenz nicht gefährdet. Ein stabiles Haus bricht nicht so einfach zusammen."

Entscheidend sei jedoch, dass nicht "zusätzlich auch Sponsoringgelder oder Fördermittel im großen Stil wegbrechen würden", so Dalkowski. "Hier haben wir aber bereits sehr gute Signale von unseren Partnern und auch der Stadt Marburg erhalten, wir werden nicht alleine gelassen."

GFL: Ziel ist eine reguläre Saison

Gute Nachrichten in schlechten Zeiten also. Auch die anderen Clubs sieht Dalkowski den Umständen entsprechend gewappnet. "Nach meinem Kenntnisstand konnten die meisten Vereine einigermaßen gut 'runterfahren'", so der Mercenaries-Präsident, auch wenn er mahnt: "Sicherlich wird es aber unterschiedliche Auswirkungen geben, wenn die Pause nun länger anhalten sollte als zunächst vermutet." Auch deshalb gebe es ein einhelliges Ziel aller Beteiligten: "Ziel ist ganz klar, eine möglichst reguläre Saison zu spielen."