Tim Pütz und Kevin Krawietz bei ihrem Erstrunden-Spiel in Tokio

Tim Pütz hat seinen ersten großen Kampf in Tokio abseits des Tennis-Platzes austragen müssen. Der Frankfurter wollte den Bundesadler selbst auf sein Match-Shirt bügeln – und scheiterte mehrfach. Auf dem Platz lief es dann besser.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Pütz: "Wir haben die besten Bundesadler"

Tim Pütz
Ende des Audiobeitrags

Selbst ist der Mann, dachten sich die deutschen Tennisspieler in Tokio und griffen beherzt zum Bügeleisen. Schließlich mussten die Match-Shirts von Tim Pütz, Alexander Zverev und Co. mit dem Adler auf der Brust versehen werden, was sich allerdings als besonders schwere Geburt herausstellte. In zahlreichen Videos auf Instagram hat der Doppel-Partner von Pütz, Kevin Krawietz, die mühevollen und lange erfolglosen Versuche dokumentiert, das Logo der deutschen Olympia-Athleten aufzubügeln.

"So eine wichtige Aufgabe kann man nicht abgeben", scherzte Pütz am Samstag nach seinem Auftaktsieg an der Seite von Krawietz. Und beide zupften stolz die Adler auf ihren Shirts zurecht, als Zeichen einer letztlich doch gelungenen Mission. "Es war ein holpriger Anfang", sagte Pütz, "aber danach war es auch sehr, sehr gut. Wir hatten ein, zwei Probehemden - ich glaube, das waren die, die der Kevin gefilmt hat." 

"Das Shirt verbrennt!"

Auf den Videos ist Pütz mit dem Bügeleisen vor einem kleinen Tisch und einem Haufen weißer Shirts und Bügelstickern zu sehen - und dieser Adler will einfach nicht kleben bleiben. Wieder und wieder scheitert der Frankfurter, begleitet von mehr oder weniger hilfreichen Ratschlägen seiner umstehenden kichernden Kollegen.

"Wir kriegen es nie im Leben hin", unkte Zverev, und Dominik Koepfer konnte gerade noch rechtzeitig warnen: "Das Shirt verbrennt!" Doch danach ging alles "flüssig", wie Krawietz versicherte. Lediglich Koepfer müsse in Tokio in einem Shirt spielen, auf dem der Adler "ein bisschen krumm" sei. "Ich glaube, wir haben die besten Bundesadler von allen Mannschaften", scherzte Pütz im Gespräch mit der ARD.

In einer Stunde in die zweite Runde

Für den Frankfurter und seinen Coburger Partner Krawietz lief es beim Erstrunden-Match übrigens auch überaus flüssig. Das Duo gewann am Samstag gegen die Argentinier Facundo Bagnis und Diego Schwartzman mit 6:2, 6:1 und benötigte für den Zweitrunden-Einzug nur eine Stunde. Einen Tag nach ihrem Besuch der Eröffnungsfeier hinterließ das deutsche Duo einen starken Eindruck.

"Wir sind beide super-happy, wie es gelaufen ist, wie wir das gemacht haben. Und über das Niveau, das wir hier abrufen konnten", meinte Pütz. In der zweiten Runde trifft das Duo auf die Briten Andy Murray und Joe Salisbury.

Auf weitere Bügel-Action im Olympischen Dorf haben die Tennisprofis aber keine Lust mehr. "Das Bügeleisen haben wir schon wieder abgegeben, das ist nicht mehr da", sagte Pütz lachend.